Untrügliches Markenzeichen der etwa ein Kilo leichten, wasserdichten Mappen ist häufig ein kleiner Yorkshire-Terrier namens "McNeill". So hieß der Hund von Thorsten H. Krause, der das Familienunternehmen Thorka Anfang der 70er-Jahre in Hainburg bei Offenbach gegründet hat.
Nach der Wende suchte er einen Berlin nahen Standort, um künftig ganz Ostdeutschland direkt mit den Schulutensilien der Marke "McNeill" beliefern zu können. Im neuen Technologie- und Gewerbepark Eberswalde (Barnim) fand er schließlich die idealen Ansiedlungsbedingungen, 70 Arbeitskräfte, überwiegend Frauen, aus der Region bekamen hier eine neue Anstellung. Jährlich macht die Eberswalder Niederlassung inzwischen einen Umsatz von rund acht Millionen Euro. Mit der Marke "McNeill" und einem Marktanteil von 45 Prozent ist Thorka der führende Schulmappenhersteller in Deutschland.
Kaum zu glauben, doch auch in dieser Branche muss man mit der Mode gehen. "Wir haben im Unternehmen ein halbes Dutzend Entwickler und einen Designer", erzählt Wolfgang Bernhard, Betriebsleiter der Thorka GmbH Eberswalde. Um die neuesten Trends zu erforschen, stellt das Unternehmen Entwürfe und Zeichnungen regelmäßig durchaus modebewussten Kindergarten-Kindern vor. Die Eberswalder Thorka-Niederlassung wird zudem häufig von Kindergruppen besucht. Neuester Renner ist eine Mappe im Safari-Stil mit einer kompletten Löwenfamilie als Hingucker. Schon seit fünf Jahren als Dauerbrenner erweist sich die Tasche mit dem dunkelblauen Sternenhimmel und den drei weißen Pferden im Vordergrund.
Aus Kostengründen werden nicht alle der insgesamt etwa 60 Teile für eine "McNeill"-Schulmappe in Deutschland produziert. "Wir entwickeln zweimal jährlich eine neue Kollektion, stanzen, nähen und kleben die Taschen dann in der Firma zusammen", erklärt der Betriebsleiter. Rund 3000 der farbenfrohen, ergonomisch geformten Schulmappen mit den charakteristischen Reflektionsstreifen und dem komfortablen Rückenpolster verlassen wöchentlich das Eberswalder Werk. Hochsaison ist nach Angaben Bernhards vor allem zu Ostern, Pfingsten und vor Beginn des neuen Schuljahres, den Rest des Jahres wird vorgearbeitet. "90 Prozent der Schulmappen werden von den Großeltern gekauft. Wir motivieren sie, die Enkel gleich mitzubringen." Im Werksverkauf, aber auch in Fachgeschäften und Kaufhäusern haben die Kinder dann die Qual der Wahl. Immerhin 16 verschiedene Farben und Designs mit j eweils 25 verschiedenen Taschen und Behältern gehören zu neuesten Kollektion. Denn verkauft werden die Schulmappen mittlerweile fast ausschließlich im Set für 110 Euro: Brotbox, Trinkflasche, Schreib-Etui und Turnbeutel sind Standard der durchdesignten Schul-Grundausrüstung. Zum Service des Unternehmens gehören auch kostenlose Reparaturen.