Nahe Reitwein haben sie prächtige alte Eichen und andere Laubbäume mit Maschendraht umwickelt, um dem nagefreudigen Biber die Lust zu nehmen. Firmen und Privatleute haben das Material dafür gespendet. Der Landschaftspflegeverband Mittlere Oder zeigt, wie der Maschendraht am wirksamsten an den 20 bis 30 Jahre alten Stämmen zu befestigen ist. An vielen von ihnen hat der Biber bereits unübersehbare Spuren hinterlassen, angenagt stehen sie anklagend an den Zufahrtsstraßen zum Oderdeich und im Deichvorland bei Reitwein. "So viele Bäume haben wir hier im platten Oderbruch nicht, und die wenigen muss man eben schützen", erklärt Hermann Kaiser aus dem benachbarten Wuhden. "Wenn es drauf ankommt, kämpfen wir auch heute weiter", sagt Kaiser, einst Sprecher der Bürgerinitiative gegen den "Kahlschlag". Das Land Brandenburg und der Kreis Märkisch-Oderland dürften sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen, fordert er. Alles zu tolerieren, nur weil der Biber in ganz Europa unter strengem Schutz stehe, sei keine Lösung, merken auch andere Kritiker an. Doch selbst eine Schadensregulierung gibt es bis heute nicht. Im Seelower Landratsamt hebt man die Hände, betrachtet durch Biber verursachte Schäden als "Naturereignis", für die niemand die Verantwortung trägt. Das Landesumweltamt verweist auf den Landkreis. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Nager-Zahl fast verdreifacht, derzeit leben nach Behördenangaben etwa 300 Exemplare in 106 Revieren der Region.