Also schwingt sich Mitentwickler Matthias Schmidt von der FAE Elektrotechnik GmbH aus Heidenau bei Dresden auf das Gefährt und dreht am Gasgriff. Fast lautlos bewegt sich die dreirädrige Maschine über das Lausitzer Pflaster. Vom Motorengeräusch ist nichts zu hören, Abgase gibt es nicht. Das Einzige, was das Fahrzeug hinterlässt, sind kleine Wasserpfützen. Diese entstehen, nachdem eingespritzter Wasserstoff auf Sauerstoff in der Luft trifft.

Was dort noch recht unfertig seine Runden auf rotem Stein dreht, soll ein Stück Lausitzer Zukunft werden. Das Hydro Mobile Netzwerk, ein Zusammenschluss von Entwicklern und möglichen Nutzern, hat das Trike am gestrigen Donnerstag erstmals in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) vorgestellt. In der Lausitz deshalb, weil die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land Mitglied des Netzwerkes ist und die Vermarktung des Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugs unterstützen will. Sie sieht das Lausitzer Seenland als eine Möglichkeit, einen Markt zu schaffen, wie Arjen De Wit von der IBA betont. Nur fehlt es noch an den Investoren. Das Trike, das bis zu 30 km/h schnell sein und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern haben wird, könnte eine Ergänzung im Rad-Tourismus sein oder selbst bei Tourismusanbietern im Service eingesetzt werden. Wie viel es einmal kosten soll, ist unklar.

An der Mecklenburgischen Seenplatte gibt es dagegen schon klare Vorstellungen, wie das Gefährt während einer zweijährigen Testphase genutzt werden soll, sagt Bernhard Voss vom Golf- und Country-Club Fleesensee: als Golf-Kart. ,,Ein Golfer will in der Natur spielen und nicht durch Abgase gestört werden", so Voss. Eingesetzt werden kann das Trike jedoch auch für Ausflüge und längere Wege an Strandpromenaden. In der Testphase ist es einsitzig. Änderungen sind denkbar, so die Konstrukteure.

Möglichst noch in diesem Jahr soll eine Testflotte von etwa 20 Fahrzeugen gebaut werden, die im Mecklenburger Seengebiet, auf der Insel Usedom und im Lausitzer Seenland eingesetzt wird. Auch Arjen De Wit hofft, dass die Trikes bald in der Lausitz rollen: ,,Wir werden bei möglichen Betreibern nachfragen."