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Mit dem Traum Olympia auch Kinder für den Sport begeistern

Olympia 2012 in Leipzig – für diesen deutschen Traum wird an breiter Front gekämpft. Von Sandra Degenhardt

Während das Nationale Olympische Komitee (NOK) auf internationaler Ebene agiert, versucht die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) in den Bundesländern den olympischen Geist aufleben zu lassen. "Mit einem Aktionsprogramm wollen wir die Unterstützung für die Leipziger Bewerbung fördern", sagt DOG-Präsident Hans-Joachim Klein. Mit Patenschaften, Olympischen Tagen, Themenabenden, Malwettbewerben und weiteren Aktionen soll der Bewerbung bundesweit Leben eingehaucht werden.
1951 zur Unterstützung der deutschen Olympia-Mannschaften gegründet, versteht sich die DOG als Basisorganisation des NOK. "Was wir zu bieten haben, sind 5000 Mitglieder, die sich dem olympischen Gedanken verpflichtet fühlen", erklärt Klein, der seit Oktober 2001 das Amt des Präsidenten inne hat. "Sie können Olympia-Botschafter vor Ort sein, denn es ist notwendig, dass Personen in allen Regionen Deutschlands für Olympia werben." Somit soll auch das Engagement und die Begeisterung in den anderen Bewerberstädten Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt integriert werden.
"Begeistern heißt, dass die Leute Leipzig vor Ort erleben", meint Klein und kündigt als Teil des Aktionsprogramms Besucherfahrten für Bewohner anderer Bundesländer an. Während der Ausflüge, die auch Schul- und Hochschulklassen angeboten werden sollen, steht eine Tour zu den möglichen Olympia-Anlagen sowie eine informative Stadtführung auf dem Programm. "So kann man eine emotionale Bindung zur Sache aufbauen, was immens wichtig ist", glaubt Klein, der als Schwimmer bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio dreimal Silber und einmal Bronze gewann.
Im Mittelpunkt der DOG-Aktivitäten stehen aber vor allem Patenschaften mit Kindergärten. "Wir wollen mit dem Traum Olympia Kinder für den Sport begeistern", hofft Klein, denn: "Die Bewegungsfreude der Kinder nimmt immer mehr ab. Da müssen wir etwas ändern." Mit der Aktion "Kinder bewegen", dessen Schirmherrin die Ski-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier-Neureuther ist, versuche man, Olympia-Teilnehmer, Pädagogen und Wissenschaftler in die Kindergärten zu bringen und gemeinsam mit Erziehern nach positiven Veränderungen zu suchen. Unter anderem sollen die Kinder an olympischen Tagen, wo sie eine Olympiade nachstellen, einmal olympisches Flair schnuppern.
Auch über die Kunst will die DOG das Thema Olympia, und damit den Sport, den Kindern und Jugendlichen näher bringen. Wie bereits bei den Olympischen Spielen 1984, 1988, 1992, 1996 und 2000 wird anlässlich der Spiele 2004 in Athen ein Schülermalwettbewerb ausgeschrieben, bei dem die Gewinner im Herbst 2004 gekürt werden. In den mehr als 100 bundesweiten Zweigstellen sollen zudem bei Diskussionsabenden den Olympia-Interessenten die Bewerbung und das Konzept vorgestellt werden.
Zu den Chancen der Leipziger im Wettkampf mit Paris, London, New York, Madrid, Moskau, Istanbul, Rio de Janeiro und Havanna schweigt Hans-Joachim Klein lieber ("Dazu kann man heute seriös noch nichts sagen."). Aber mit drei Pfunden könne die Messestadt wuchern: "Die Begeisterung der Bevölkerung, die Dynamik der Stadtentwicklung und kompakte Spiele, darauf kann man aufbauen."