"Wir haben Informationen, dass es auch in anderen Dienststellen ähnliche Vorkommnisse gab, allerdings nicht so belastbare wie im Hoyerswerdaer Fall", so der GdP-Vorsitzende. Hier hätten die Beamten "den Mut besessen", so Matthias Kubitz, eine entsprechende Meldung in den Lagebericht einzuarbeiten.
Petra Kirsch, Sprecherin der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, bestätigt den Vorfall, betont jedoch, dass es sich um einen Einzelfall handele. "Es zeugt von der Einsatzbereitschaft der Kollegen, dass sie mit dem Privatfahrzeug zum Einsatzort fuhren", erklärt sie. Generell stünden in allen Dienststellen genügend Fahrzeuge zur Verfügung.
Für den Gewerkschafter ist der Hoyerswerdaer Vorfall hingegen ein Indiz für die Ausstattungssituation der sächsischen Polizei und nur die Spitze des Eisberges. "Viele Einsatzfahrzeuge haben mehr als 250 000 Kilometer auf dem Buckel", erklärt er. "Wir reden hier aber nicht nur von Autos, sondern von den wichtigsten Arbeitsplätzen vieler unserer Kollegen, die den größten Teil ihrer Dienstzeit in den Fahrzeugen verbringen."
Immerhin, so Matthias Kubitz, mache der Sachhaushalt Hoffnung, dass sich die materielle Ausstattung der Polizei künftig verbessern könne. "Das eigentliche Problem ist jedoch die Personalausstattung", betont er. "Die Streichungspläne der Staatsregierung, die bis 2010 bei der Polizei 2441 Stellen abbauen will, werden zur Schließung von Dienststellen führen", befürchtet der Polizeigewerkschafter. Besonders betroffen seien davon die Polizeiposten im ländlichen Raum - "die Zukunft beispielsweise des Polizeipostens Wittichenau steht damit in den Sternen." Die verbleibenden Beamten würden benötigt, um den 24-Stunden-Dienst in den Polizeirevieren abzusichern.