Und dass er ihn überhaupt bestanden hat, keineswegs selbstverständlich.

Für seine Fehlschüsse auf die Scheibe des "laufenden Keilers", der mit Abstand schwierigsten Disziplin der praktischen Jägerprüfung, musste sich der Ministerpräsident jedenfalls sogar im Landtag aufziehen lassen - vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Dombrowski, der selbst gar keinen Jagdschein hat. "Die mündliche und schriftliche Prüfung haben Sie auf Anhieb geschafft, aber in der Praxis schossen Sie am Ziel vorbei", warf Dombrowski kürzlich Woidke in einer Parlamentsdebatte vor. Doch Woidke replizierte schnell. "Ich musste beim laufenden Keiler eine Weile üben", gestand Woidke dann ein. "Aber mittlerweile erlege ich Schwarzwild mit dem ersten Schuss."

Was im Parlament für Lacher sorgte. Am stärksten natürlich dort, wo CDU und FDP ihre Plätze im alten Plenarsaal hatten. Dort allerdings sitzt auch der profilierteste Jäger des Potsdamer Parlaments, der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer. Dass er seinen Geburtstag neulich in einem Ausschuss und nicht auf dem Hochsitz verbrachte, bedauerte er sehr. Immerhin ist Gregor Beyer bei der Brandenburger Landesjagd kürzlich zum Jagdkönig geworden. "Ich treffe auch Rotwild mit dem ersten Schuss", sagte er in Potsdam.

Doch sein Schießergebnis brachte den Politiker auf der Facebook-Seite des Landesjagdverbands am Ende auch zu durchaus zweifelhaftem Ruhm: Der Verband zeigte Beyer beim Singen im "Chor der Jagdkönige", und kommentierte den "kulturellen Abschluss" der Landesjagd mit den Worten: "Glücklicherweise waren keine Hunde mehr anwesend und die verbliebenen Gäste konnten sich mit diversen Trünken Linderung verschaffen . . . "