Millionen Männer machten es ihm in den Sechzigern nach. Peter Alexander schmetterte in der österreichischen Kinokomödie "Das süße Leben des Grafen Bobby". "Ich sing den Badewannentango, Badewannentango bei mir zu Hause unter der Brause, schön wie Caruso, ja, ja ich tu so wie ein Tenor mit Schaum im Ohr." Talentevater Heinz Quermann hatte 1962 sofort den richtigen Riecher, wem er von seinen Schützlingen den Filmschlager in der DDR singen lassen kann: Günter Hapke. Er entdeckte den smarten, quirligen, mehrere Instrumente spielenden Musiker bei einer Unterhaltungsshow in der Leipziger Gegend und lud ihn nach Berlin ein. "Bis dahin spielte ich im ,Tanzorchester Melodie', hatte vier Jahre bei Frank Schöbels Mutter Gesangsunterricht. Und auf einmal wollte mich Quermann als eine Mischung von Peter Alexander und Willy Hagara aufbauen", erinnert sich der gebü rtige Leipziger.

Barfuß und in Badehose
Ihm gefiel die Vorstellung und lieferte gleich eine richtige: "Auf der Bühne präsentierte ich den Tango barfuß in Badehose und übergeworfenem Bademantel. Um den Bauch hatte ich einen Rettungsring und als Brause diente mir eine Gießkanne", beschreibt er. Das Bild prägte sich ein. Noch heute sprechen ihn Schlagerfans auf die unvergessene Showeinlage an. Günter Hapke ist der Badewannentango-König geblieben, obwohl er zahlreiche andere Peter-Alexander-Hits, wie beispielsweise "Bim-Bam-Bumerang", Paul Kuhns "Cara-Caramel Chocolat" oder Willy Hagaras "Eine Kutsche voller Mädel, eine Tasche voller Geld" nachsang. Aber auch eigene Titel wurden für Günter Hapke geschrieben, sogar mit südländischem Charme, wie "A-mi-Amore".
In den 60er-Jahren veröffentlichte der Schlagersänger eine Single nach der anderen, hatte Auftritte in allen bekanten Schlagersendungen des DDR-Fernsehens. Doch den letzten Schritt ging der eingefleischte Sachse nicht. Um Jahrzehnte auf der Karriereleiter ganz oben zu stehen, hätte er nach Berlin umziehen müssen. Denn dort spielte die (Unterhaltungs-)Musik. "Doch ich hing an meinem kleinen Örtchen Neukieritzsch", gibt er zu. Seine Frau Ruth, die er 1955 heiratete, hielt ihm dort den Rücken frei und kümmerte sich um die drei Kinder. 1968 sollte er in der legendären "Benny-Barré-Show" für einen Kollegen kurzzeitig einspringen. "Aus dem Monat wurden schließlich 22 Jahre", seufzt er. In der Show fühlte er sich wohl. Er durfte singen, kalauern und mehrere Instrumente spielen.

Noch Gast auf Ostalgie-Partys
Nach der Wende brachen über Nacht die Aufträge weg. Heute lebt Günter Hapke in seiner bescheidenen Neukieritzscher Wohnung ("Die Einrichtung stammt noch aus DDR-Zeiten") mit seiner treuen Ruth und seinen Erinnerungen. So passiert es häufig, dass er sich für Stunden zurückzieht, Geige spielt oder den BadewannenTango singt. "Ein Hit, der niemals untergehen wird", ist er sich sicher. Und so klingelt heute noch ab und zu das Telefon und der Vollblutmusiker wird für eine Ostalgie-Schlagerparty eingeladen.