Nachdem die Dahme-Spreewald-CDU ihrer Kreisgeschäftsführerin in der Vorwoche fristlos gekündigt hatte, gibt es in dem Fall zurzeit mehr Fragen als Antworten. Die Vertrauensperson soll Gelder im Umfang von mehreren Zehntausend Euro veruntreut haben. Nach Medieninformationen habe die Christdemokratin, die seit Juni 2011 die Geschäfte im Kreisverband führt, das zum Teil eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat unterdessen bestätigt, dass in der Angelegenheit ermittelt werde, nachdem die Kreis-CDU Anzeige erstattet hatte.

Dass die Beschuldigte mit den veruntreuten Geldern den eigenen Luxus - von teuren Reisen bis zu Kleidung in gehobener Preisklasse - finanziert haben soll, will die Sprecherin des Kreisverbandes unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Elisabeth Prott betont jedoch gegenüber der RUNDSCHAU, dass eine Kommission der Kreis-CDU schon in dieser Woche eingesetzt werde, um den Vorfall akribisch aufzuarbeiten. Entgegen anderslautenden Mutmaßungen erklärt Prott, dass es "bisher keine Auffälligkeiten gegeben hat".

Ans Tageslicht ist die offensichtliche Veruntreuung von CDU-Geldern gekommen, nachdem der Schatzmeister für den 24. September einen "Klassensturz" angekündigt hatte. Dafür erforderliche Unterlagen konnten bis zu dem Termin von der Geschäftsführerin nicht vorgelegt werden, erläutert Prott. Vielmehr soll der Kreisvorstand unerwartet mit unbezahlten Rechnungen und ausstehenden Zahlungen an den Landesverband konfrontiert worden sein. Und das, erklärt Elisabeth Prott, wo sich der Sanierungskurs nach der Ära Johanna Wanka gerade auszuwirken begann, "und wir auf ein Polster gehofft hatten".