S orge bereitet der zunehmende Medikamentenmissbrauch an Brandenburger Schulen: 1,7 Prozent der jungen Frauen und 1,3 Prozent der Jungen gaben an, täglich stimmungsbeeinflussende Medikamente zu nehmen (2005: 0,9 Prozent). "Gerade Mädchen machen sich großen Leistungsdruck in der Schule", erklärt die Landessuchtbeauftragte Ines Weigelt-Boock. "Da ist Aufklärung nötig, dass dies auch ohne Stimmungsaufheller zu bewältigen ist."

Doch die Studie zeigt auch positive Tendenzen: Jugendliche in Brandenburg trinken und rauchen deutlich weniger als noch vor Jahren. So hat sich die Zahl der täglich rauchenden Jugendlichen im Vergleich zur Erhebung vor acht Jahren mit 16 Prozent etwa halbiert. Auch der Alkoholkonsum nahm spürbar ab: Während bei der Umfrage 2004/2005 noch 34 Prozent der Jungen und 18 Prozent der Mädchen einräumten, regelmäßig Alkohol zu trinken, waren es aktuell (2012/2013) noch 19 beziehungsweise zehn Prozent.

Aus Sicht der Landessuchtbeauftragten Weigelt-Boock ist die Bilanz Ergebnis eines Wertewandels: "Nach der Flower-Power-Kultur der 68er und der Leistungskultur der 90er zeigt sich die Jugend heute ruhiger und bewusster."

In Sachsen war laut Polizeistatistik 2012 die Droge Crystal Meth, zu der immer mehr Jugendliche greifen, das größte Problem. Der Suchtbericht des Freistaats verzeichnete mehr als 1300 Erst-Konsumenten. 460 Jugendliche und 787 Heranwachsende wurden bei Rauschgiftdelikten erwischt. Bei den Jugendlichen waren das rund 100 mehr als 2011. Brandenburg Seite 4