Als die pakistanische Militärkapelle am Samstag "Star Spangled Banner" anstimmte, war die Melodie der US-Hymne an manchen Stellen nur schwer herauszuhören. Wenig Harmonie auch bei der Pressekonferenz nach den Gesprächen in Islamabad: Bush erteilte Musharraf eine Lektion in Sachen Demokratie und schwor ihn unmissverständlich auf die Fortsetzung des Anti-Terror-Kampfes ein. Konkrete Zusagen irgendwelcher Art gab es für Pakistan nicht.
Musharraf dürfte sich von Bushs erstem Besuch in Pakistan mehr erhofft haben. Über die Umarmung des Rivalen Indien durch Washington und die neue Gewichtung der US-Politik war er aber offenbar so verärgert, dass er Bush nicht einmal persönlich am Flughafen empfing - er schickte seine Tochter zur Begrüßung.
Auf eine Nuklearvereinbarung nach indischem Vorbild, daran ließ Bush in Islamabad keinen Zweifel, könne Pakistan allerdings nicht hoffen. Die lapidare Begründung: "Pakistan und Indien sind verschiedene Länder mit verschiedenen Bedürfnissen und verschiedener Geschichte." Der Gast aus Washington machte allerdings auch klar, was er erwartet.
Die strategische Partnerschaft beider Länder "beginnt mit enger Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus", betonte Bush. "Teil meiner Mission heute war, festzustellen, ob der Präsident noch so engagiert wie früher dabei ist, diese Terroristen vor Gericht zu bringen", sagte der US-Präsident. "Er ist es." Musharraf "versteht, was auf dem Spiel steht, und er versteht die Verantwortung".
"Amerika wird weiter mit Pakistan daran arbeiten, die Basis für Demokratie zu schaffen", kündigte Bush an. Die für kommendes Jahr geplanten Wahlen in dem südasiatischen Land seien eine große Chance. "Der Präsident versteht, dass diese Wahlen offen und ehrlich sein müssen", machte der US-Präsident deutlich. Das könnte der Militärmachthaber auch als Warnung verstanden haben.
Musharrafs Zwickmühle wurde allerdings auch während des Bush-Besuchs mehr als deutlich. Bei Kämpfen im Grenzgebiet zu Afghanistan wurden mehr als 50 Menschen getötet. Die Armee informierte darüber aber erst, als der Gast wieder auf dem Weg in die USA war.