Wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen über mehrere Jahre hat die Staatsanwaltschaft Cottbus Anklage gegen einen Sporttrainer aus dem Elbe-Elster-Land erhoben. Weil inzwischen wegen eines weiteren schweren Missbrauchsverdachtes gegen den Mann ermittelt wird, beantragte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr. Der wurde vom Amtsgericht Cottbus jedoch abgelehnt. "Wir haben dagegen Beschwerde eingelegt", bestätigt Oberstaatsanwältin Petra Hertwig auf Nachfrage.

Der Angeschuldigte arbeitete seit vielen Jahren in einer kommunalen Freizeiteinrichtung besonders mit Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Jüngsten waren im Grundschulalter. Nach Auskunft des zuständigen Bürgermeisters wurde seine Tätigkeit dort nach Bekanntwerden der Anklage beendet. Ihm wurde Hausverbot erteilt.

Es ist nicht der erste Fall in der Region, in dem gegen Übungsleiter von Minderjährigen wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt wird. 2008 wurde ein erfolgreicher Kanutrainer aus Cottbus wegen sexueller Übergriffe auf minderjährige Sportlerinnen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Härter traf es einen Polizisten aus Ostbrandenburg, der sich in seiner Nebentätigkeit als Trainer an minderjährigen Jungen vergriff. Er wurde 2014 vom Landgericht Frankfurt (Oder) zu sieben Jahren Haft verurteilt.