"Hier werden wir in eine offene Leitbilddebatte gehen." Sie könnte zwölf bis 18 Monate dauern. Es sei ein ehrgeiziges Ziel, die Umsetzung der Kreisgebietsreform bis 2019 zu schaffen, ergänzte Linken-Chef Christian Görke. Am Vortag hatten sich die Delegationen beider Parteien bis spät in die Nacht mit der Kreisgebietsreform befasst und sich laut Woidke "abschließend geeinigt".

Kritik kam von Brandenburgs CDU. "Als stärkste Oppositionsfraktion akzeptieren wir es nicht, dass Rot-Rot quasi am Reißbrett und in einer kleinen Runde die Struktur unseres Landes verändern möchte. Für uns ist klar: Es darf in Brandenburg keine Zwangsfusionen von Landkreisen und kreisfreien Städten geben", so der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann in einer Mitteilung.

Der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), plädierte dafür, zuerst eine Funktionalreform durchzuführen. Zunächst müsste die Aufgabenverteilung zwischen Land, Landkreisen und Kommunen unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung neu geregelt werden. Erst auf dieser Basis könne dann über den Zuschnitt der Kreise diskutiert werden.

Am morgigen Freitag wollen Woidke und Görke den Koalitionsvertrag vorstellen. Am Mittwoch standen unter anderem der Zuschnitt der Ministerien und die Europapolitik auf der Tagesordnung. Bei den Zuständigkeiten der Ressorts soll auch über eine Verkleinerung des Kabinetts nachgedacht werden, sagte Woidke. Allerdings sei seine gegenwärtige Größe für ein Flächenland wie Brandenburg sinnvoll. Jetzt gibt es neun Ministerien. Über die Postenverteilung wollen SPD und Linke erst nach dem Mitgliederentscheid der Linken über den Koalitionsvertrag reden. Er wird am 31. Oktober ausgezählt.