"Tausende Helfer haben im Juni geschuftet bis zum Umfallen, um das Haus, um die Straße, das Dorf oder die Stadt vor dem Hochwasser zu schützen", sagte Stanislaw Tillich sichtlich bewegt während der Feierstunde in der Semperoper, die musikalisch von der Dresdner Staatskapelle begleitet wurde.

Und immer habe es in jenen Tagen Menschen gegeben, so Tillich weiter, die Zuversicht bewiesen hätten. "Menschen wie du und ich, die da waren, wo Hilfe gebraucht wurde, die Mut machten, die zeigten, wir lassen uns nicht unterkriegen."

Die jetzt rund 400 ausgezeichneten Fluthelfer stünden stellvertretend für "alljene Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Sachsen, aus den anderen Bundesländern und dem Ausland, die während und nach der Flut angepackt haben", sagte Tillich.

Über 10 000 weitere Vorschläge für den Fluthelferorden lägen der sächsischen Staatsregierung bereits vor.

Unter den an diesem Wochenende Geehrten war neben vielen Feuerwehrleuten, Bundeswehrsoldaten, Angehörigen von Hilfsorganisationen und anderen Bürgern auch Sören Kristensen, Ortsvorsteher des Werdauer Ortsteils Langenhessen (Landkreis Zwickau).

"Ich wurde am 2. Juni kurz vor 2 Uhr geweckt", sagte der 49-Jährige. Da sei die erste Flutwelle der Pleiße durch den Ort geschossen. Den ganzen Tag habe man Menschen in Sicherheit gebracht. Wer ihn vorgeschlagen habe, wisse er nicht. "Ich hätte gern darauf verzichtet, wenn dann auch das Hochwasser nicht passiert wäre."

"Die Auszeichnung gebührt eigentlich gar nicht mir allein, ich kann sie nur stellvertretend entgegennehmen", sagte Ronny Becker. Der 49-Jährige arbeitet als Betriebsleiter eines Schrott-Unternehmens in Elsterstrebnitz (Landkreis Leipzig) und hat mit bis zu zehn Mitarbeitern drei Tage lang gegen die Fluten angekämpft. "Man müsste den Orden in Scheiben schneiden und allen etwas davon abgeben", so Becker. Dass ihre Mutter Anja Heil wegen ihres Fluteinsatzes mit dem DRK-Ortsverein den Orden bekommen hat, macht die 16-jährige Anne aus Meißen stolz. Die Ehrung geschehe völlig zu Recht: "Weil sie so hilfsbereit ist und sich immer für andere Menschen einsetzt." Anne heil erklärte weiter: "Meine Mutter hat zwar auch etwas gegessen in dieser Zeit, aber immer erst, wenn die anderen gegessen hatten."

Jeder Helfer, der mindestens 24 Stunden bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im Einsatz war, kann mit dem Orden ausgezeichnet werden. Noch bis Ende 2015 werden Vorschläge entgegengenommen.