Die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (Freitag) hatten berichtet, dass die Staatskanzlei dem Vernehmen nach ein mehr als 70-seitiges Papier auf dem Tisch habe. Darin kämen die Gutachter zu dem Schluss, dass die kleinen Gemeinden wegen der demografischen Entwicklung vor allem in ländlichen Gebieten wie der Lausitz oder dem Erzgebirge weiter Einwohner verlören. Dadurch gingen die Steuereinnahmen zurück, die Kommunen bekämen weniger Geld aus den Finanzausgleichssystemen.

Diese Vorschläge seien gutachterliche Einzelmeinungen und hätten für die Regierung keine politische Bedeutung, sagte Tillich. „Es gibt überhaupt keinen Grund für derartige Überlegungen. Sachsen habe sich früh auf den demografischen Wandel eingestellt und sei daher gut gerüstet. Der Freistaat habe gerade eine Kreisreform hinter sich und müsse sich an die neuen Strukturen noch gewöhnen. Die Regierung werde aber den Wunsch von Gemeinden, die sich zusammenschließen wollen, „konstruktiv begleiten“.

Experten zufolge könnten Kosten in Millionenhöhe eingespart werden, wenn kleinere Kommunen zusammengelegt und so Doppelstrukturen abgebaut würden, berichtet die Zeitung. In der allgemeinen Verwaltung der Kommunen wären das etwa 50 Millionen Euro. Rund zwölf Millionen Euro Einsparpotenzial liege bei den Kindertagesstätten. dpa/mb