Der hohe Ausstoß von giftigem Quecksilber aus Brandenburger Braunkohlekraftwerken überschreitet aus Sicht der Landesregierung nicht das vertretbare Maß. Aus den vorhandenen Messergebnissen seien keine „konkreten Gesundheitsgefahren“ für die Bevölkerung aus Quecksilberemissionen ableitbar, erklärte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Potsdamer Landtag. Gesonderte Studien oder Untersuchungen seien jedoch nicht durchgeführt worden.

Mit Jahresemissionen von jeweils mehreren hundert Kilogramm haben Brandenburger Braunkohlekraftwerke einen wesentlichen Anteil an den Gesamtemissionen an Quecksilber in Deutschland. 2012 stiegen die über die Luft emittierten Quecksilbermengen des Kraftwerks Jänschwalde von 350 auf 505 Kilogramm (kg/a), beim Kraftwerk Schwarze Pumpe gingen sie von 271 auf 228 Kilogramm (kg/a) zurück. Der Gesamtausstoß von Quecksilber der Brandenburger Industrie lag 2012 bei mehr als 860 Kilogramm.

Eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion kam zu dem Ergebnis, dass das Quecksilber aus Kohlekraftwerken vor allem Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder belastet. Aufgenommen werde das besonders problematische Methyl-Quecksilber hauptsächlich über den Fischverzehr, hieß es.

Vogelsänger erklärte, laut einer EU-Verordnung werde Quecksilber als „sehr giftig für Wasserorganismen“ eingeschätzt, das langfristig schädliche Wirkungen haben könne. „Eine Freisetzung in die Umwelt soll daher vermieden werden.“

Die Einhaltung der Quecksilber-Grenzwerte werde in den Brandenburger Kraftwerken aber über Einzelmessungen überprüft. Grenzwertüberschreitungen seien nicht festgestellt worden.

Auf die Frage, welche Maßnahmen seit 1999 unternommen worden seien, um die giftigen Quecksilberemissionen aus Brandenburger Braunkohlekraftwerken zu reduzieren, antwortete Vogelsänger: „Die Brandenburger Braunkohlekraftwerke werden gesetzeskonform betrieben.“ Daher müssten keine weiteren emissionsmindernden Maßnahmen angeordnet werden.