Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit schaden nach Auffassung der zuständigen Ministerin dem Wissenschaftsstandort Sachsen. Das „äußere Erscheindungsbild“ des Freistaats wirke abschreckend auf ausländische Wissenschaftler und Studenten, sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) der „Leipziger Volkszeitung“. „Sachsen eilt diesbezüglich kein guter Ruf voraus“, betonte sie.

„Einzelne international renommierte Wissenschaftler haben Sachsen verlassen oder sind gar nicht erst gekommen, weil sie um ihre Sicherheit fürchten“, sagte die Ministerin weiter. Vereinzelt seien Ehepartner oder Kinder ausländischer Wissenschaftler angepöbelt worden, „weil sie anders ausgesehen oder Englisch gesprochen haben“. Dies sei „in doppelter Hinsicht ärgerlich, da es sich um anerkannte Wissenschaftler handelt, um die wir in Sachsen gekämpft haben und die nahezu überall auf der Welt gefragt sind“.

Auch internationale Künstler seien betroffen. Ausländerfeindlichkeit und Alltagsrassismus wirkten sich „definitiv negativ“ auf die gesamte Entwicklung im Freistaat aus, beklagte Stange. Probleme sind der Ministerin zufolge insbesondere aus Dresden und Chemnitz bekannt. Aus Leipzig höre man weniger.