Birger Hendriks soll die Einrichtung ab 1. Juli leiten - bis ein neuer Gründungspräsident gewählt wird. Das soll laut Ministerin Kunst noch in diesem Jahr geschehen.

Der Gründungsbeauftragte sei vor allem dafür da, dass der Hochschulbetrieb normal weiterlaufe, es zu keinem Leerlauf komme, betonte die Ministerin vor Journalisten in der Staatskanzlei. "Wenn die Amtszeiten der beiden Präsidenten in Cottbus und Senftenberg auslaufen, muss sichergestellt sein, dass es zu keinen Komplikationen kommt", sagte sie weiter.

Birger Hendriks soll vor allem organisatorische und strukturelle Fragen bei der Zusammenführung begleiten. Zwar werde seine Amtszeit nur sehr kurz sein, dafür aber sehr wichtig. "Die Erneuerung der Hochschullandschaft bietet eine Chance für die Region", sagt er.

Birger Hendriks hat fast 20 Jahre im Wissenschaftsministerium von Schleswig-Holstein als stellvertretender Staatssekretär und Abteilungsleiter gearbeitet. In seine Kieler Ministeriumszeit fällt unter anderem die Verabschiedung und Umsetzung eines neuen Hochschulgesetzes. Zuvor hatte sich Hendriks gegen erheblichen Widerstand für die Fusion der Universitätskliniken Kiel und Lübeck starkgemacht, aus denen 2003 das Uni-Klinikum Schleswig-Holstein mit 2000 Ärzten und Wissenschaftlern in 70 Kliniken und Instituten entstand.

Im hohen Norden hat man aber mittlerweile wieder die halbe Rolle rückwärts gemacht. Denn laut Zeitungsberichten sollen die beiden Kliniken im operativen Tagesgeschäft und der Wissenschaft inzwischen wieder getrennt arbeiten. "Diese Fusion kann man aber nicht mit der in der Lausitz vergleichen", sagte Birger Hendriks in Potsdam.

So will der Kieler Hochschulexperte unter anderem sehr eng mit dem wissenschaftlichen Beirat zusammenarbeiten. Dieser werde sich vor allem auf das fachliche Profil der Universität fokussieren. "Diese Uni wird davon leben, dass man sie vom Lehrangebot her auf die Füße stellt", sagte Kunst. Als Beispiel nannte sie einen gemeinsamen Studiengang Energietechnik und Energiewirtschaft, der bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt sei. "Ich werde auch den Weg dafür ebnen, dass die BTU Cottbus-Senftenberg in die Deutsche Forschungsgemeinschaft aufgenommen wird", betonte Birger-Hendriks. Er komme mit offenen Ohren und einem großen Herzen. "Wir können aber nicht so tun, als würde die Welt schlafen." Damit meine er unter anderem die starke Konkurrenz in Dresden, Berlin und Potsdam.