"Wir müssen Vorsorge treffen, damit sich nicht die Meinung verfestigt, die Schule werde es schon richten", sagte der Minister. Kindertagesstätten und Schulen seien Dienstleister, die die Eltern als Ergänzung zur eigenen Erziehung begreifen müssten.
"Die Grundlagen für die Entwicklung der Kinder werden sehr früh gelegt", sagte Flath. "In jedem Kind stecken so viele Fähigkeiten, die entdeckt und entwickelt werden müssen. Aber es lauern auch viele Gefahren, die Eltern oft nicht bewusst sind." Viele Schulkinder haben Flath zufolge Probleme beim Lesen, Verstehen und Sprechen und können sich schlecht bewegen. "Kinder sitzen viel zu viel vor dem Fernseher. Und auch in puncto gesunde Ernährungsweise müssten sich Mütter und Väter ihre Vorbildfunktion bewusster werden. "Darüber müssen wir ins Gespräch kommen, das kann man nicht mit Gesetzen oder Verboten regeln."
"Meine Botschaft ist: Eltern, auf euch kommt es an", sagte der Minister. "Ich möchte verhindern, dass die "Staatsgläubigkeit" weiter zunimmt, das Denken, andere werden schon für die Kinder sorgen." Die Schule fühle sich oft erdrückt von den großen Erwartungen der Eltern.
"Mir kann auch niemand glaubhaft machen, dass in armen Elternhäusern in Deutschland nicht das Geld für ein Kinderbuch da ist." Man könne den Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft beklagen, ihn aber auch als Herausforderung betrachten. "Daraus müssen Eltern ableiten, dass sie sich um ihre Kinder zu mühen haben", sagte Flath.