Anlass war die Vorstellung eines Berichts des Ministeriums zur "Stärkung der regionalen Wachstumskerne". Als Beleg führte Gerber die Zahl der Beschäftigten an: Während Brandenburg landesweit rund 324 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte pro 1000 Einwohner zählt, seien es in den Wachstumskernen zwischen 396 und 556.

2005 hatte das Land beschlossen, unter dem Motto "Stärken stärken" die Wirtschaftsförderung des Landes in den Wachstumskernen besonders zu konzentrieren. 2016 werde die Förderung fortgesetzt: So sollen im Wachstumskern Westlausitz ein Gewerbegebiet am Nordufer des Sedlitzer Sees sowie die touristische Erschließung des Großräschener Sees gefördert werden. Der Bürgermeister von Großräschen und Sprecher des Wachstumskerns, Thomas Zenker (SPD), nannte die Sicherung des Fachkräftebedarfs als wichtigste Herausforderung für die Zukunft. Das unterscheide die Lausitz im Übrigen fundamental von der Situation von vor zehn Jahren: Damals habe in der Region noch Massenarbeitslosigkeit geherrscht.

Dagegen verwies die Grünen-Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky darauf, dass die positive Entwicklung der Arbeitsplatzdichte in den Wachstumskernen kein Beleg für deren Erfolg sei: "Dass sich Mittelzentren - und dazu zählen die Wachstumskerne - besser als der auch durch dünn besiedelte Gebiete geprägte Landesdurchschnitt entwickeln, liegt auf der Hand."