In einem vom Minister unterschriebenen Brief an die Fraktion heißt es, dass das Dorf- und Erntefest "traditionell im September, mithin in der sogenannten heißen Phase von Bundestags- oder Landtagswahlkämpfen" stattfinde. Sollten sich Parteien auf dem Fest präsentieren dürfen, gelte das aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes auch für nicht im Landtag vertretene Parteien. Daher halte er die Präsentation von Parteien auf dem Dorf- und Erntefest für generell nicht angebracht, argumentiert der Minister.

Freilich übersieht Vogelsänger, dass die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bereits 2015 auf dem Fest vertreten war. Auch finden im Herbst 2016 in Brandenburg gar keine Wahlen statt: Die nächsten Bundestagswahlen sind im September 2017, der Landtag wird im Jahr 2019 neu gewählt. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Ursula Nonnemacher, sprach von einer "Frechheit".

Die Begründung des Ministers sei "vorgeschoben und nicht stichhaltig". "Es darf uns nicht verwehrt werden, zu Landwirtschaftsthemen mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, erst recht nicht auf einem Fest, das mit Steuermitteln finanziert wird", so Nonnemacher. Landtagsfraktionen in dieser Form eine politische Betätigung zu verwehren, stelle eine Grenzüberschreitung dar.