ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:06 Uhr

Mindestens 22 Tote durch Gewalt im Irak

Bagdad/Kairo.. Bei erneuten Anschlägen im Irak sind gestern mindestens 22 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich unweit des Sitzes der Partei von Übergangsministerpräsident Ijad Allawi in Bagdad in die Luft. Foto: AFP

Fünf Menschen starben und 25 wurden verletzt, hieß es nach Polizeiangaben. Das US-Militär verstärkte indes seine Truppen in der nord irakischen Stadt Mossul. Irakische Extremisten drohten angeblich im Internet damit, demnächst Terroranschläge in den USA zu verüben. Dem Anschlag in Bagdad fielen Nationalgardisten, Polizisten und Passanten zum Opfer, sagte ein Polizeisprecher. Im stark gesicherten Hauptquartier von Allawis Irakischem Nationalen Konsens (In a) sei niemand zu Schaden gekommen. Die Partei nimmt an den am 30. Januar geplanten Wahlen teil.
Der irakische Verteidigungsminister Hasem Schaalan hält indessen eine Verschiebung der irakischen Wahlen für möglich. Falls die Sunniten zur Teilnahme an den Wahlen unter der Bedingung bewegt werden könnten, dass diese verschoben würden, könne dies geschehen, sagte Schaalan gestern in Kairo. Er habe sich bei der ägyptischen Regierung und in den Golfstaaten dafür eingesetzt, dass diese Länder auf die irakischen Sunniten entsprechend einwirkten. Die größte Sunnitenpartei im Irak, die Islamische Partei, hatte vergangene Woche den Boykott des Urnengangs angekündigt, weil der Termin nicht wie von ihr gefordert wegen der anhaltenden Gewalt um ein halbes Jahr verschoben wurde.
Auf einer Landstraße bei Balad, 70 Kilometer nördlich von Bagdad, starben gestern nach Polizeiangaben mindestens sechs irakische Nationalgardisten, als neben ihrem Konvoi eine Autobombe explodierte. In Bedschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, überfielen Aufständische eine Polizeiwache und töteten zwei Polizisten. Im südirakischen Basra schossen Unbekannte in der Nacht zu gestern auf einen Polizeikonvoi. Ein Beamter wurde getötet, zwei wurden verletzt.
In Mossul verstärkt das US-Militär nach eigenen Angaben die dort eingesetzten Sicherheitskräfte, um bessere Voraussetzungen für die Wahlen zu schaffen. Gestern trafen Teile der 25. US-Infanteriedivision und der 81. US-Nationalgarde-Brigade sowie Einheiten der neuen irakischen Sonderpolizei in Mossul ein.
Eine irakische Extremistengruppe, die bislang durch keinerlei Aktivitäten außerhalb des Landes aufgefallen ist, drohte in einer ihr zugeschriebenen Internet-Mitteilung mit Anschlägen in den USA. "Wir tragen den Kampf aus dem Inneren unseres Landes in die Mitte eures Landes", hieß es in einer "Botschaft an das amerikanische Volk", die die "Islamische Armee im Irak" auf einer islamistischen Internet-Seite veröffentlichte. Die Echtheit des Schreibens war jedoch unklar. Die Gruppe hat unter anderen einen italienischen Journalisten entführt und ermordet. Zwei von ihr entführte französische Reporter ließ sie nach viermonatiger Geiselhaft kurz vor Weihnachten frei. (dpa/AFP/ks)