Die Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft plant einen zweiten aufsehenerregenden Bau in Sachsen. Neben der hoch umstrittenen Moschee in Leipzig soll es bald auch eine in Chemnitz geben.

Die Moschee soll eine Kuppel und ein Minarett haben. Entstehen soll sie im Chemnitzer Lutherviertel. Dort hat die Chemnitzer Ahmadiyya-Gemeinde sich ein Grundstück ausgeguckt. Die 1400 Quadratmeter in der Bernhardstraße gehören einem Privatmann.

Dem Gemeindevorstand Rashid Nawaz schwebt ein schlichtes und kleines Gebäude vor. Trotzdem soll der Bau äußerlich als Moschee erkennbar sein, "damit die Leute mit uns ins Gespräch kommen können", erklärte Sprecher Rashid Nawaz bei der Präsentation. Rund 40 Mitglieder gehören der Chemnitzer Ahmadiyya-Gemeinde an - 40 000 sind es in ganz Deutschland. Die Glaubensrichtung, die ihre Ursprünge in Pakistan hat, will in den nächsten Jahren 100 Moscheen in Deutschland errichten. Bisher hat sie knapp 50.

Derweil warten die Ahmadis noch auf die Baugenehmigung für Leipzig. Nach fast drei Jahren Planung und teils heftigen Widerständen wurde dort der Entwurf deutlich abgespeckt. Gerade um die Gebetstürme hatte es Aufruhr gegeben im Stadtteil Gohlis im Leipzig Norden. Das Minarett wird im aktuellen Entwurf 16 Meter hoch, was immer noch niedriger ist, als die meisten Nachbargebäude. Auch die Kuppel soll kleiner werden.

Groß sind die Vorbehalte gegenüber der Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya. Eine Online-Petition gegen das Projekt unterschrieben 10 000 Menschen - ebenso viele wie die Muslime, die in Leipzig leben. Den Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung im November 2013, als Unbekannte auf dem Baugrundstück Schweineköpfe aufspießten. Vergangenen Sommer schließlich schmetterte die Landesdirektion die letzten Einsprüche gegen das Vorhaben ab. Trotzdem verschiebt sich der Baubeginn immer wieder. "Wir haben aber die Hoffnung noch nicht verloren, dass wir dort im September mit dem Bau beginnen können", sagt Nawaz.

Der Chemnitzer Neubau wird auch nicht der letzte in Sachsen sein. Er soll Platz bieten für 100 Besucher. Ein viereckiger Bau, der nach Mekka ausgerichtet ist. Eine Bau-Voranfrage bei der Stadt stellte die Gemeinde schon im Dezember.

Kaufen will die Gemeinde das Grundstück erst, wenn die Stadt ihr Okay zum Bau gibt. Das kann allerdings schwierig werden, denn es liegt mitten in einem Wohngebiet. Die ersten Signale aus dem Rathaus sind eher verhalten. Dort lässt man wissen, man wünsche sich an Ort und Stelle lieber ein Mehrfamilienhaus.

Deshalb ist in Chemnitz noch alles in der Schwebe. Auch was die Kosten für den Bau betrifft. Zunächst hängt alles davon ab, was die Gemeinde überhaupt bauen darf. Sie stellte aber schon mal klar, dass kein Muezzin vom Minarett rufen soll.

In Leipzig hatte man zuletzt mit 700 000 Euro geplant, die, wie die Sprecher der Glaubensgemeinschaft betonen, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen stammen.