Die Direktorin des Museumskomplexes, Ljiljana Cetinic, protestierte dagegen, dass aus einer Kultureinrichtung eine Grabkapelle geworden sei. Dies sei "gegen ihren Willen" entschieden worden. Heute wird der Sarg vor dem Parlamentsgebäude ausgestellt. Morgen folgt die Beerdigung in Milosevics Heimatort Pozarevac.
Die Trauerfeierlichkeiten verlaufen ohne staatliche Ehrungen. Die Fäden zieht die Sozialistische Partei (SPS), die das Minderheitskabinett von Regierungschef Vojislav Kos tu nica stützt und deren Vorsitzender Milosevic bis zu seinem Tod war. Die Partei strebte ursprünglich eine Beerdigung mit Staatsehren in Belgrad an; dies verwehrte ihr die Regierung jedoch. Bei den Trauerfeierlichkeiten wird die Parteiführung vertreten sein, ebenso Abgeordnete des russischen Parlaments. Eine offizielle Delegation Russlands gibt es nicht.
Der Gemeinderat von Milosecivs Heimatstadt Pozarevac stimmte der Beisetzung im Garten des Familienanwesens zu. Der Beschluss erfolgte einstimmig, weil die Opposition die Gemeinderatssitzung boykottierte. Die 36 anwesenden von insgesamt 68 Gemeinderäten erklärten den Samstag außerdem zum Trauertag in der Stadt und beschlossen einen Zuschuss zu den Beeerdigungskosten.
Der 64-jährige Milosevic war am vergangenen Samstag im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag tot aufgefunden worden. Nach ersten Obduktionsergebnissen starb er durch einen Herzinfarkt. (AFP/dpa/roe)