Wissenschaftler und Studenten können damit den Umgang mit High-End-Industrie-Software insbesondere in den Bereichen Seismik und Tiefbohrtechnik erlernen. Die Freiberger wollen die Software unter anderem nutzen, um ein 3D-Untergrundmodell auf Basis neuer seismischer Daten zu entwickeln. Sie wollen ermitteln, ob der Untergrund bei Schneeberg (Erzgebirgskreis) für Tiefengeothermie-Bohrungen geeignet ist.

Erdwärme nutzbar machen

Erdwärme zählt neben Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse zu den regenerativen Energien. Nach Angaben der Geothermischen Vereinigung strahlt die Erde rund viermal mehr Energie in den Weltraum ab, als die Menschheit derzeit verbraucht. Mithilfe von Bohrungen kann der Wärmefluss vom Erdinneren zur Erdoberfläche angezapft und genutzt werden.

Die Software-Spende kommt von der Firma Landmark Software und Services, die zu Halliburton gehört. Halliburton zählt mit mehr als 70 000 Mitarbeitern in knapp 80 Ländern der Erde zu den größten Anbietern von Produkten und Dienstleistungen für die Öl- und Gaserkundung und -produktion.

Der Konzern investiert den Angaben zufolge pro Jahr dreistellige Millionenbeträge in Forschung und Entwicklung und sucht engen Kontakt zu Hochschulen. Negativ in die Schlagzeilen geraten war der Konzern jüngst im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010.

Firma sucht Nachwuchskräfte

Landmark Software und Services bietet nach eigenen Angaben Studenten Trainingsprogramme und Stipendien sowie einen engen Kontakt zur Öl- und Gasindustrie. Diese Zusammenarbeit sei auch die Basis, um "die hochqualifizierten Absolventen der TU Bergakademie für unser Unternehmen zu begeistern", erklärte Landmark-Manager Michael Drnec laut Hochschulmitteilung.

Stefan Buske, Professor für Prospektionsgeophysik an der TU Bergakademie Freiberg, verwies auf den hohen internationalen Stellenwert von Forschung und Lehre in Freiberg. Die Zusammenarbeit mit Landmark Software und Services eröffne neue Perspektiven zur engeren Kooperation sowohl zwischen den Instituten als auch mit externen Projektpartnern, sagte Buske.

Zum Spendenaufkommen insgesamt an der TU Bergakademie konnte ein Hochschulsprecher keine Angaben machen.