Die Zahl der Spritdiebstähle und Tankbetrügereien in Sachsen nimmt zu. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurden voriges Jahr 2261 Spritdiebstähle registriert, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zu 2011 (1881 Fälle). 2010 zapften Dieseldiebe in 1545 Fällen illegal Kraftstoff auf Baustellen und aus Lastwagen ab. Auch der Betrug an der Tankstelle - Vorfahren, Tanken, Abhauen ohne zu bezahlen - hat zugenommen. Wurden 2010 noch 3207 Tankbetrügereien registriert, waren es zwei Jahre später schon 4254. Die Großstädte Dresden (2012: 607 Fälle) und Leipzig (799 Fälle) seien hiervon besonders betroffen, teilte das LKA mit.

Den Schaden aus dem Spritklau im Jahr 2012 bezifferte das LKA auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Zechpreller an der Tankstelle richteten einen Schaden von insgesamt 314 000 Euro an. "Insbesondere beim Tankbetrug dürfte es sich in der Regel um Einzeltäter handeln. Aber auch beim Diebstahl von Kraftstoff - vor allem kleinerer Mengen - ist überwiegend Eigenbedarf zu vermuten", heißt es beim LKA.

Die Leipziger Polizei bestätigte: "Fälle von Tankbetrug an Tankstellen sind nichts Ungewöhnliches, das Phänomen gibt es ganzjährig. Meist handelt es sich um Schadenswerte unter 50 Euro." Oft fahren Betrüger dabei mit gefälschten oder gestohlenen Kennzeichen vor.

Für Inhaber von Tankstellen stellt sich die Suche nach den Tätern schwierig dar. Manuel Fuchs, Sprecher der Total Tankstellen, sagte: "Wir halten Tankstellenbetreiber an, genug Videokameras zu installieren, um sich zu schützen. Es ist jedoch relativ schwer, die Spritdiebe zu finden."

L aut LKA wurde voriges Jahr weniger als die Hälfte der Tankbetrügereien aufgeklärt, die Quote lag bei 44 Prozent. Noch schwieriger gestalten sich die Ermittlungen bei den Kraftstoffdiebstählen: 2012 lag die Aufklärungsquote bei 9,8 Prozent.