Die Stadt an der Saale ist der Geburtsort der Planetarien. Oskar Miller (1855 -1934), Gründer des Deutschen Museums München, überzeugte die Firma Zeiss vor mehr als 80 Jahren, eine Einrichtung zu schaffen, mit der dem Publikum der Fixsternhimmel und die Bewegungen der Planeten veranschaulicht werden können.
Das Planetarium im Deutschen Museum ging 1925 in Betrieb, danach folgten binnen 14 Monaten Sternentheater in Wuppertal, Leipzig, Düsseldorf und Jena. Weil das Planetarium in Jena den Zweiten Weltkrieg weitgehend ohne Schaden überstand, ist es jetzt das dienstälteste der Welt. Mehr als acht Millionen Besucher haben sich seitdem dort von vier Sternenprojektor-Generationen ins virtuelle All entführen lassen. Mit der Rundum-Laserprojektion sollen jährlich rund 200 000 Besucher angelockt werden, sagt Geschäftsführer Herbert Pfannkuch. Von Oktober an wird der Projektor, der Sterne und Planeten auf einer Fläche von 800 Quadratmetern an die Kuppel bringt, mit sechs Lasern kombiniert. Der Besucher "schwebe" dann noch realistischer durchs All, ähnlich wie in einem Kino mit Drei-D-Effekt, sagt Pfannkuch. "Zudem sind die Kontraste besser." Und Geschäftsführer Jürgen Hellwig ergänzt: "Das ganze System ist weniger störanfällig."
Auch Volkmar Schorcht, Projektmanager im Geschäftsfeld Planetarien des Tochter-Unternehmens des Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss (Oberkochen), gerät ins Schwärmen: "Die Lasertechnologie ist der Mercedes in der digitalen Planetariumtechnik", sagt er. Sie koste mehrere Millionen Euro. "Das können sich nur wenige Planetarien auf der Welt leisten." Zeiss hat bislang weltweit 589 Sternentheater mit Projektionstechnik ausgestattet. Die "All-Dome Laser Image Projektion" hat die Traditionsfirma gemeinsam mit der Jenoptik LDT GmbH (Jena) entwickelt.
Im Planetarium wird es dann vom Herbst an eine Premiere nach der anderen geben. Eine Produktionsfirma in Klagenfurt und ein Videostudio in Leipzig erarbeiten die neuen Sternenzelt-Shows derzeit am Rechner. "Geplant ist unter anderem ein Musical für die ganze Familie mit Musik von Reinhard Lakomy", sagte Hellwig. Auch mit Hermann van Veen liefen Gespräche.
Zudem sollen künftig neben den Touristen, Schulklassen und wissbegierigen Einheimischen auch Firmen für die Kuppel begeistert werden. Das Planetarium, einst zur Volksbildung errichtet, soll zunehmend zum Ort für Events werden. "Allein von den Programmen können wir nicht leben", sagt Pfannkuch. Und viele Unternehmen hätten wieder mehr Geld für Angebote wie eine Saturn-Nacht mit Vier-Gänge-Menü. Pünktlich um Mitternacht sehen die Gäste dann wieder den echten Himmel.
Das Planetarium im Internet:
www.planetarium-jena.de
www.zeiss.de/planetarien