"Ich gehe davon aus, dass wir hier unsere Zusagen und Terminketten einhalten", zeigte sich Finanzminister Görke gestern in Doberlug-Kirchhain überzeugt. Mit bis zu 20 Millionen Euro in verschiedenen Ausbaustufen verwandelt das Land Brandenburg einen Teil der ehemaligen Lausitz-Kaserne in eine Außenstelle zur Erstaufnahme von Flüchtlingen. Denn die in Eisenhüttenstadt ist so überfüllt, dass man sich schon mit Zelten behelfen muss.

Ende Juni haben die Bauarbeiten in Doberlug-Kirchhain begonnen. Ende Oktober sollen das Männerhaus für 400 Flüchtlinge, die Kantine und der Sanitätsstützpunkt baulich hergerichtet sein. Zum Jahresende will die Zentrale Ausländerbehörde die ersten Flüchtlinge in Doberlug-Kirchhain unterbringen.

Der finanzielle Aufwand sei nötig, um den Menschen zu helfen, so Görke. Angesichts weltweiter Flüchtlingsströme geht er für Doberlug-Kirchhain nicht von einer temporären Einrichtung aus. Bis Sommer 2016 soll dort Platz für mindestens 800 Menschen sein. Derzeit ist mit dem Bund eine mietzinsfreie Nutzung für fünf Jahre vereinbart.

Die Anlaufstellen in vielen Bundesländern sind völlig überlastet. Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen oder Brandenburg etwa müssen auf Notlösungen wie Zelte, Container oder Sporthallen zurückgreifen. Der Bedarf nach zusätzlichen Unterkünften ist groß. Nach Einschätzung des Städtetages fehlen bundesweit mehr als 40 000 Plätze in den Länder-Unterkünften.

mit dpa Politik Seite 7