Die Zahl der Schulabgänger werde schon 2006 drastisch sinken. Jedes Unternehmen sei deshalb gut beraten, jetzt seine Fachkräfte auszubilden. Der Minister sprach sich gegen die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage aus. Die Unternehmen dürften in der derzeit schwierigen Situation nicht noch stärker finanziell belastet werden.
Die Situation des Ausbildungsmarktes 2003 sei problematisch. Zu dieser Einschätzung kommt Hartmut Paul, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden. Einer Statistik des Arbeitsamtes zufolge standen im April rund 46 700 Bewerbern nur
14 300 Lehrstellen gegenüber, die Lücke auf dem Ausbildungsmarkt belief sich auf
32 300. Im Wirtschaftsministerium wird davon ausgegangen, dass sich die Bewerberzahlen in den nächsten Wochen noch auf 55 000 erhöhen wird. Allerdings war das Defizit zum gleichen Zeitpunkt auch in den Vorjahren ähnlich hoch. Im vergangenen Jahr lag das Defizit sogar bei rund 32 700 Lehrstellen. Insgesamt wurden 13,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Betriebe zu verstärkter Ausbildung zu ermuntern. Rund 1000 Jugendliche gingen am Ende leer aus. Nun sollen in die Anstrengungen noch einmal verstärkt werden, der Staat will seinen Einsatz um weitere neun Millionen Euro aufstocken.
Als bedenklich gilt in diesem Jahr vor allem der überdurchschnittliche Rückgang des Lehrstellenangebotes in der Wirtschaft um fast 16 Prozent, der nur deshalb nicht so stark ins Gewicht fällt, weil auch die Bewerberzahl zurück gegangen ist. Gillo begründet die Lustlosigkeit der sächsischen Unternehmen auszubilden mit dem "wirtschaftlichen Gesamtkontext". Bei den Unternehmen stünde die Überlebensfrage jetzt an erster Stelle.
Das Programm, das vom Sächsischen Lehrstellenkollegium vorgeschlagen wird, sieht vor, dass erstmalig ausbildende Betriebe einen Zuschuss von
1500 Euro je Auszubildendem erhalten, handelt es sich dabei um ein junges Unternehmen, dessen Gründung nicht länger als fünf Jahre zurück liegt, gibt es weitere 1500 Euro und nochmals 1500 Euro werden für ein Mädchen fällig, das in einem nicht frauentypischen Beruf ausgebildet wird, 1500 für die Ausbildung in einem so genannten "Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf" wie der Oberlausitz.