Zweiter Schwerpunkt soll die Verbesserung der sozialen Kompetenz sein. Aber auch Lehrerfortbildungen sind möglich. Die rund 200 Oberschulen und die Gesamtschulen, die absehbar in Oberschulen umgewandelt werden, können ab sofort Projektgelder beantragen, sagte der Minister bei einem Besuch der Oberschule Sachsenhausen. Die Initiative soll zunächst vier Schuljahre laufen und dann überprüft werden. Das Geld stammt aus der Förderperiode der Europäischen Union 2007 bis 2013. Die Oberschule ging 2005 aus den Realschulen und den Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe hervor. Allerdings entscheiden sich immer weniger Grundschüler mit ihrem Erstwunsch für die Oberschule. Der Anteil der Erstwünsche für das Gymnasium liegt für das nächste Schuljahr bei 47,8 Prozent, 2,4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Der Anteil der Oberschule ging dagegen um zwei Punkte auf 35,5 Prozent zurück.
"Ich hatte auf eine Stabilisierung der Oberschule gehofft", räumte Rupprecht ein. Allerdings mache er sich keine ernsten Sorgen um die Oberschule. Im nächsten Jahr würden die neuen Zugangsvoraussetzungen für das Gymnasium gelten. Dies bedeute höhere Hürden. Die Schulzeitverkürzung mit einer weiteren Verdichtung des Lernpensums werde eher vom Gymnasium abschrecken. Zudem würden zahlreiche Gesamtschulen in absehbarer Zeit zu Oberschulen werden.
Um den Schulen die Beantragung von Projektgeldern zu erleichtern, werden landesweit drei Servicestellen eingerichtet. Diese übernehmen die fachliche und finanzielle Abwicklung der Projekte. Dafür gehen von der Gesamtsumme geschätzt drei Millionen Euro ab. Den Oberschulen stehen rechnerisch je rund 10 000 bis 15 000 Euro pro Jahr für Zusatzangebote zur Verfügung, hieß es im Ministerium.
Mit dem Geld könnten zum Beispiel Angebote zum Praxislernen finanziert werden, etwa in Betrieben oder auch Schülerfirmen, sagte Rupprecht. Eine weitere Möglichkeit sei das so genannte Service-Lernen. Dabei trainieren Schüler in sozialen, karitativen oder ökologischen Projekten, Verantwortung zu übernehmen. Aber auch die Lehrkräfte können von dem Programm profitieren und spezielle Projekte zur Weiterbildung beantragen, etwa wenn es an der Schule ein Problem mit Gewalt oder Rechtsextremismus gibt. (dpa/mb)