Die Architektur sollte die perfekte Kulisse für die gigantomanische Propaganda-Regie sein. Die Bauten aus den 1930er-Jahren sind bis heute erhalten, denn die größte Hinterlassenschaft der NS-Zeit steht unter Denkmalschutz. Nach Jahren der Einzelreparaturen muss sie nun für viel Geld umfassend saniert werden. "Es ist sehr problematisch. Bund und Stadt werden Millionen ausgeben, um Gebäude der Nazis zu erhalten", sagt Siegfried Zelnhefer, Sprecher der Stadt und Historiker mit Spezialgebiet NSDAP-Parteitage. Vor allem die 300 Meter lange Zeppelintribüne und das dazugehörige Feld mit 60 000 Zuschauersitzplätzen müssen vor dem Verfall gerettet werden. Obwohl über die Jahre viel ausgebessert wurde, mussten Teile der Tribüne wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. "Wenn wir nichts tun, können wir hier in ein paar Jahren die Steine einsammeln", sagt Zelnhefer.Die Sanierung des Zeppelingeländes wird Millionen Euro kosten. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) rechnet mit einem "mittleren zweistelligen Millionenbetrag". Den müsste die Stadt als Eigentümerin eigentlich alleine aufbringen. Doch die Hoffnung auf Hilfe vom Bund ist groß. "Wir können diese Last nicht alleine stemmen", sagt Maly. Wenn vermutlich gegen Ende des Jahres feststeht, wie teuer es wird, will Maly Kontakt nach Berlin aufnehmen. "Ich bin guter Dinge, dass wir auf offene Ohren stoßen."Der Erhalt des elf Quadratkilometer großen Geländes mit dem Zeppelinfeld, der überdimensionalen Kongresshalle und der zwei Kilometer langen Aufmarsch-Straße hat schon jetzt riesige Summen verschlungen. 2001 wurde das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in der alten Kongresshalle eröffnet, bezahlt zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt. Das Zentrum hat sich mittlerweile als Museum, Gedenkstätte und Diskussionsort weltweit einen Namen gemacht.2004 legte die Stadt Leitlinien zum künftigen Umgang mit dem Gelände fest. Danach sollen die Gebäude im jetzigen Zustand erhalten bleiben. Kommende Generationen sollen damit die Chance bekommen, nach ihrem eigenen Konzept an die Nazi-Diktatur zu erinnern. dpa/ig