Den Laden verlassen, ohne zu zahlen: Das ist 2014 im Landkreis Bautzen wieder öfter vorgekommen. Dies zeigt ein Blick in Sachsens Kriminalstatistik. Wurden 2013 im Landkreis 838 Fälle registriert, waren es im Vorjahr 1 194. Das ist ein Anstieg um 42,5 Prozent. Auch Dresdner Geschäfte haben zunehmend mit Dieben zu kämpfen: In 4630 Fällen wurde 2104 zugelangt - ein Plus von 18 Prozent.

Im gesamten Freistaat geht der Trend nach oben. Und das hat finanzielle Folgen für die Geschäftsinhaber. Auf 2,1 Milliarden Euro beziffert das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI die Inventurdifferenzen, die Ladendiebe 2014 deutschlandweit verursacht haben. Denn was in den Regalen fehlt und in den Taschen zahlungsunfreudiger Kunden gelandet ist, kommt meist erst bei der Inventur ans Licht. Wird der Diebstahl bemerkt, ist der Räuber oft über alle Berge.

Videokameras und Ladendetektive sind laut Stefan Hertel vom EHI eine gute Diebstahlprävention, schreckten potenzielle Langfinger ab. Besonders wichtig seien auch Mitarbeiterschulungen, um das Verkaufspersonal zu sensibilisieren. Besonders Diebespaare und Banden machten Händlern das Leben schwer. Davon kann auch Thomas Böhm aus Hoyerswerda, Inhaber des Brillenstudios City Optik und Vorsitzender vom Gewerbering Stadtzukunft, ein Lied singen: "Vor 14 Tagen waren zwei Männer in meinem Laden. Einer hat mich abgelenkt. Der andere hat in dieser Zeit eine Brille aus der Auslage genommen. Gemerkt habe ich das erst, als beide weg waren." Bewohner des Landkreises Görlitz dürfen aufatmen, hier ließen Langfinger ihre Hände voriges Jahr öfter in den Taschen.