Den Laden verlassen, ohne zu zahlen: Das ist 2014 in Cottbus oder in den Landkreisen Oder-Spree wie Oberspreewald-Lausitz wieder öfter vorgekommen. Dies zeigt ein Blick in die Kriminalstatistik des Landes Brandenburg. Wurden 2013 in Cottbus 606 Ladendiebstähle erfasst, schlugen Langfinger vergangenes Jahr 791-mal zu.

"Wir erhalten wieder mehr Anfragen von Mitgliedern zum Umgang mit Ladendieben. Auch Schulungsangebote zum Thema werden verstärkt nachgefragt", sagt Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB). Ausgehend von den Daten des Kölner Handelsforschungsinstituts (EHI), die der HBB prozentual auf die Umsatzleistung von Händlern umrechnet, sei in Brandenburg und Berlin ein Anstieg der Ladendiebstähle zu verzeichnen.

Mit finanziellen Folgen für die Geschäftsinhaber. Auf 2,1 Milliarden Euro beziffert das EHI die Inventurdifferenzen, die Ladendiebe 2014 deutschlandweit verursacht haben. Denn was in den Regalen fehlt und in den Taschen zahlungsunfreudiger Kunden gelandet ist, kommt meist erst bei der Inventur ans Licht.

Wird der Diebstahl bemerkt, ist der Räuber oft schon über alle Berge. Auch Jens Weser, Inhaber vom Sportspoint und zweiter Vorsitzender vom Gewerbeverein Senftenberg, kennt das: "Es kam schon vor, dass eine alte Hose und ein leerer Bügel in der Umkleidekabine lagen."

Videokameras und Security sind laut Päts vom HBB eine gute Diebstahlprävention. Da kleine Geschäfte sich das meist nicht leisten könnten, sei es wichtig, dass Verkäufer aufmerksam sind und sich nicht ablenken lassen.