Es ist auch kein Militärmuseum, sondern ein Militärhistorisches Museum. Wir versuchen, Militärgeschichte in umfassender Form darzustellen. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz möchten wir einen Beitrag zur Diskussion um die Kulturgeschichte der Gewalt leisten. Wo kommt Gewalt her? Ist sie zwangsläufig? Warum lösen Menschen in einem Krieg Konflikte gewaltsam? Welche Strategien gab und gibt es, das zu vermeiden? Was heißt das für uns heute? Das alles sind nicht nur historische, sondern auch politisch drängende Fragen für uns alle.

Inwieweit kann ein Militärhistorisches Museum Frieden stiften?

Das wäre zu viel verlangt. Das können wir nicht. Aber wenn wir es schaffen, dass sich Besucher mit den genannten Fragestellungen auseinanderzusetzen – dann haben wir schon ein großes Ziel erreicht. Es geht darum, Gewalt, ihre Ursachen und Mechanismen ständig im Bewusstsein zu halten. Wenn man abends den Fernseher anschaltet, kann man in vielen Teilen der Welt sehen, wie aktuell diese Fragen sind.

Der Besucher kann sich den Problemen chronologisch oder thematisch nähern. Welche Variante empfehlen Sie?

Was ich dem Besucher auf jeden Fall empfehlen möchte ist, viel Zeit mitzubringen. Oder gleich einen zweiten Besuch einzuplanen. Weil es zwei Perspektiven sind, sie stehen gleichberechtigt nebeneinander. Es ist wohl eher eine Geschmacksache, ob man einen chronologischen oder einen thematischen Zugang wählt. Andere werden sich die Exponate vielleicht in Verbindung mit der atemberaubenden Architektur erschließen. Auch das hat seinen Reiz. Es wäre schön, wenn die Leute genügend Zeit für ihre Entdeckungsreise mitbringen.