Der Besuch war von kommenden Dienstag bis Samstag geplant. Über die Gründe für die Absage gab es unterschiedliche Darstellungen: Wegen wichtiger Aufgaben in seiner Diözese könne Mixa die Reise nicht antreten, sagte eine Sprecherin des Militärbischofsamts am Freitag in Berlin. Dagegen betonte ein Sprecher des Bistums Augsburg, die Reise müsse "wegen organisatorischer Schwierigkeiten bei der Durchführung des Besuchs in Afghanistan" verschoben werden. Es gebe keinen Zusammenhang mit den aktuellen Anschuldigungen gegen Mixa, dieser wolle die Reise nachholen."Oft Kinder geschlagen"Indes wurde Mixa erneut von einem früheren Heimkind beschuldigt. Eine 41-jährige Frau, die anonym bleiben will und von 1975 bis 1985 im Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen lebte, sagte: "Ich wurde zweimal von Herrn Mixa mit dem Stock geschlagen." Nach ihrer Darstellung war Mixa damals als Stadtpfarrer regelmäßig im Heim und hatte dabei oft Kinder geschlagen. "Ich musste die Hose runter ziehen, mich über die Badewanne beugen und bekam dann fünf bis sieben Schläge auf das Gesäß. Die ersten zwei Tage danach war es unmöglich, vernünftig zu sitzen vor Schmerzen", sagte sie.Sie ist laut Medien das siebte ehemalige Heimkind, das sich bereiterklärt, die Vorwürfe unter Eid vor Gericht zu bezeugen. Es liegen eidesstattliche Erklärungen vor. Zudem wurde von drei weiteren Menschen berichtet, die Übergriffe erlebt haben wollen. Mixa hat die Misshandlungsvorwürfe gegen ihn stets energisch bestritten. Den mutmaßlichen Betroffenen bot er am Freitag erneut das persönliche Gespräch an oder sie könnten sich an den eingesetzten Sonderermittler wenden. "Ich möchte in dieser Angelegenheit die Vorwürfe geklärt haben", sagte Mixa laut einer Mitteilung. Zurückhaltende WorteDie Bundesregierung wollte sich Freitag nicht zu den Vorwürfen äußern. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte auf die Frage, ob Mixa als Militärbischof das uneingeschränkte Vertrauen von Ressortchef Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) habe, man könne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf Grundlage von Spekulationen äußern. Eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz meinte mit Blick auf die abgesagte Afghanistan-Reise, dies sei eine Angelegenheit des Bistums Augsburg beziehungsweise des Militärbischofsamtes. Zur Aufklärung der Vorwürfe der früheren Heimkinder hat die Katholische Waisenhausstiftung in Schrobenhausen als Sonderermittler den Ingolstädter Rechtsanwalt Sebastian Knott eingesetzt. Knott teilte am Freitag mit, er könne bisher keine Wertung abgeben. Die weiteren Nachforschungen bedürften noch mehrerer Tage. Betroffene bat er, sich per E-Mail bei ihm zu melden. Er ermittle unabhängig von den Vorwürfen körperlicher Gewalt in dem Heim auch zu finanziellen Unregelmäßigkeiten in den 1980er- und 1990er-Jahren, bei denen es um die satzungsgemäße Verwendung von Geld gehe. Unterstützung zugesagt Der Schrobenhausener Stadtpfarrer Josef Beyrer sagte dem Sonderermittler seine Unterstützung zu. Das Heim müsse unbelastet in die Zukunft geführt werden. Helmut Mangold, der Vorsitzende des Diözesanrates in Augsburg, forderte: "Es muss aufgeklärt werden, welche Rolle der Stadtpfarrer Mixa damals gespielt hat." dpa/ab