Der bislang recht milde Winter "verwirrt" die Natur. Vielerorts im Westen Deutschlands blühen die Haselsträucher und auch in der Lausitz wurden bereits die ersten Frühblüher gesichtet.

"Weit mehr als 10 000 Gänse haben sich bereits in Brandenburg wieder niedergelassen", sagte Matthias Freude, Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, am Dienstag.

Bei den Landwirten im benachbarten Sachsen-Anhalt sorgt der milde Winter für Wühlmaus-Alarm. Besonders im Süden des Bundeslandes hätten sich die gefräßigen Nager in den vergangenen Wochen stark vermehrt, sagte ein Sprecher des Landesbauernverbandes. Die in Gängen unter der Erde lebenden Tiere könnten vor allem in Obst- und Ziergehölzen erhebliche Schäden anrichten, weil sie sich von den Wurzeln der Pflanzen ernährten.

Die derzeit relativ hohen Temperaturen haben auf den gefährlichen Eichenprozessionsspinner in Brandenburgs Wäldern dagegen keine Auswirkung. Der Kiefern-Schädling überwintert als Ei. Eier sind frostunempfindlich. "Ein Insektenei ist mehr oder weniger ein Überlebensbunker. Da ist es nicht schlimm, ob es wärmer oder eiskalt ist", sagte Katrin Mölle vom Kompetenzzentrum Forst in Eberswalde.

Doch die Meteorologen warnen: "Den Winter jetzt schon abzuschreiben, wäre grob fahrlässig", sagte Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Er erinnerte an den Februar vor einem Jahr, als wochenlang klirrende Kälte und tagsüber zweistellige Minusgrade herrschten. Dafür brauche sich nur ein Kältehoch aus dem Osten nach Deutschland auszubreiten. Inzwischen deutet vieles im europäischen Wetter-Vorhersagemodell darauf hin, dass es genau so kommt. Ein Hochdruckgürtel sperrt zum Wochenende hin den Atlantik ab, die milden Regengebiete haben dann keine Chance mehr. Gleichzeitig ziehen Tiefdruckgebiete nach Süd- und Südosteuropa ab. "Damit wäre der Weg frei für eisig-kalte Festlandsluft aus Osteuropa", sagen die Meteorologen der Unwetterzentrale Deutschland.