Sein Vize und Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sagte, beide Partner hätten bewiesen, sich nicht auf Kosten des anderen profilieren zu wollen. Kultusminister Steffen Flath (CDU) betonte indes, dass zwar das Ergebnis stimme, die Arbeit in der Koalition aber "manchmal sehr mühselig" sei.
Dass Schwarz-Rot in Sachsen nach seiner Einschätzung besser funktioniere als im Bund, führte Milbradt unter anderem auf die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse innerhalb der Regierung zurück. Dadurch, dass CDU und SPD bei der Bundestagswahl 2005 etwa gleich stark abgeschnitten hatten, sei das Regieren in Berlin "natürlich schwieriger". Auf Bundesebene seien zudem viele Reformen zu erledigen, bei denen CDU und SPD konträre Meinungen hätten. Das sei in dieser Schärfe im Land nicht der Fall, fügte Sachsens Unions-Chef hinzu. Selbst im Bildungsbereich sei es CDU und SPD trotz aller Unterschiedlichkeiten gelungen, sich auf eine gemeinsame Strategie zu einigen.
Auch Wirtschaftsminister und SPD-Chef Jurk betonte den Einfluss der verschiedenen Kompetenzen von Bund und Ländern auf das Erscheinungsbild der Regierungen: "In Berlin sind viel tiefgreifendere Entscheidungen zu treffen, die doch viel stärker Einfluss haben auf die finanzielle Situation der Bürger." Als Beispiel nannte er Steuergesetzgebung, Gesundheitsreform und die Frage des Renteneintrittsalters. "Solche fundamentalen Fragen haben wir in Sachsen nicht in dem Maße zu erledigen. Insofern ist die Schärfe der Auseinandersetzung in Berlin auch größer."
Der Kultusminister und CDU-Vize Flath sagte, dass Umfragen zufolge CDU/SPD-Koalitionen in der Bevölkerung sehr beliebt seien. Dabei werde allerdings häufig übersehen, dass beide Seiten programmatisch "zum Teil sehr weit" auseinander lägen, beispielsweise in dem von ihm verantworteten Bildungsbereich. Hier seien die großen Schlachten inzwischen aber geschlagen.
Jurk zufolge ist es der Koalition gelungen, bei Meinungsunterschieden Kompromisse zu finden, die "sich positiv fürs Land auswirken". Wenn mehrere Meinungen gehört würden, seien bessere Ergebnisse möglich, betonte er und fügte hinzu: "Als die CDU allein regierte, haben manche eben nicht mehr Gehör gefunden. Mit der SPD ist ein Partner in der Regierung, der frischen Wind in die Regierungsarbeit gebracht hat."
Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) räumte ein, die Bundesregierung könne "handwerklich besser werden". Derzeit sei sie aber "auch erst bei der Erarbeitung von Gesellenleistungen, die Meisterstücke werden sich erst etwas später herausstellen".