Um den Aufbau Ost voranzubringen, müssten die neuen Länder mehr Chancen erhalten, eigene Wege etwa in der Wirtschafts- und Sozialpolitik oder auch in der Bildungspolitik zu gehen, sagte er am Dienstagabend in Dresden. Das Modell eines bloßen Kopierens von West-Vorbildern habe ausgedient. Milbradt sprach bei einer Feierstunde zur Eröffnung des Bildungswerkes der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sachsen, dass dieser Tage von Leipzig in die Landeshauptstadt umzieht.
Der Regierungschef verwies darauf, dass auch mehr als 13 Jahre nach der deutschen Einheit der Anteil der Industriearbeitsplätze pro Kopf im Osten unter der Quote Süditaliens liege. Dies zeige, dass sich der Aufbau Ost auch mit viel Geld nicht per Knopfdruck bewerkstelligen lasse.
"Wir dürfen uns nicht auf die Gleichheit der Lebensverhältnisse in Deutschland fixieren. Entscheidend ist es, ob der Osten sich aus eigener Kraft in der Europäischen Union behaupten kann", sagte Milbradt mit Blick auf die EU-Erweiterung im Mai. Deshalb müsse es für die ostdeutschen Länder einen eigenen Ordnungsrahmen geben mit weniger Regulierung als im Westen.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung erreicht mit ihrem Seminaren und Workshops zur politischen Bildung jährlich rund 100 000 Menschen in Deutschland. (dpa/gb)