In seiner mehr als einstündigen Rede sagte Milbradt, die Wahl am 19. September sei kein Spaziergang. „Wir müssen die ganze Partei und die Bevölkerung mobilisieren“, rief er den mehr als 200 Delegierten zu, die einstimmig das Wahlprogramm unter dem Titel „Gemeinsam für Sachsen!“ beschlossen. Der Ministerpräsident und Parteichef warb für eine Fortsetzung der CDU-Alleinregierung nach der Wahl. Als Argumente gegen Koalitionen nannte er unter anderem die Wirtschaftspolitik und die innere Sicherheit. „Wenn sich heute neun von zehn Sachsen sicher fühlen, dann ist das ein großer Erfolg der Politik der sächsischen Union“, sagte er. Das sei mit FDP, Grünen oder SPD nicht möglich. „Rot – Gelb – Grün – bei der inneren Sicherheit werden die Ampelmännchen zu Hampelmännchen“, sagte Milbradt. Ein klarer und erfolgreicher Kurs brauche klare Mehrheiten.
Der ehemalige Finanzminister mahnte zur Sparsamkeit im Landeshaushalt. Schon heute sehe man schmerzhafte Einschnitte in den anderen Ländern. Das rot-rote Mecklenburg habe kein Geld mehr für Wirtschaftsförderung. „Und die PDS-Genossen in Berlin sind deutscher Meister im Abbau von Kultur und Studienplätzen“, sagte Milbradt. „Andere Länder haben ihre Zukunft schon verfrühstückt, während wir weiter in den Aufbau investieren“, fügte er hinzu. Milbradt führt die sächsische Union erstmals in eine Landtagswahl, nachdem er 2002 nach langen parteiinternen Auseinandersetzungen Biedenkopf als Regierungschef abgelöst hatte.
Kohl warf den gegnerischen Parteien Tatenlosigkeit bei der deutschen Vereinigung vor. „Wir haben nicht alles richtig gemacht“, räumte er ein. Aber die anderen hätten gar nichts gemacht. Die PDS bezeichnet er als „die alten Rattenfänger in einem anderen Gewande“. Die jüngsten Umfragen sehen die CDU bei knapp 50 Prozent der Stimmen. Die absolute Mehrheit der Parlamentssitze ist für den Fall in Gefahr, dass Grünen oder FDP der Wiedereinzug in den Landtag gelingt.