Deutschland muss nach den Prognosen der Regierung in den nächsten Jahren mit wachsender Arbeitslosigkeit durch den Andrang von Flüchtlingen rechnen. Diese Entwicklung sei schon in der Frühjahrsprojektion vom April vorausgesetzt worden und daher nicht überraschend, stellte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Dienstag in Berlin klar. Überdies wächst auch die Zahl der Flüchtlinge, die inzwischen einen Job haben, wie Bundesagenturzahlen zeigen.

Hintergrund der Debatte über steigende Flüchtlingsarbeitslosigkeit ist ein Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach die Zahl der Erwerbslosen 2017 erstmals seit vier Jahren im Durchschnitt steigen wird - um rund 110 000 auf dann 2,86 Millionen. Der Grund sei die "starke Migration", schreibt das Blatt unter Berufung auf Zahlen aus dem Finanzministerium. Die Arbeitslosenzahl werde sich bis 2020 auf durchschnittlich 3,1 Millionen erhöhen.

Im Juli waren 141 000 geflüchtete Menschen bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen arbeitslos gemeldet, etwa 10 000 mehr als im Vormonat, hatte Detlef Scheele vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit berichtet. Das Bundeskabinett hatte im Juli ein Programm für 100 000 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge verabschiedet. Zudem soll der Etat von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) 2017 um fast 8,8 Milliarden Euro auf 138,6 Milliarden Euro steigen. Kommentar Seite 10