Hunderte versuchten am Montag, den Eisenbahn-Grenzübergang bei Idomeni-Gevgelija zu stürmen. Mazedonien riegelte daraufhin die Grenze an dieser Stelle komplett ab. Gleichzeitig machten sich Hunderte Menschen zu Fuß auf dem Pannenstreifen entlang der wenige Kilometer weiter westlich liegenden Autobahn in Richtung Grenze auf dem Weg. "Damit bringen sie ihr Leben und das Leben von Autofahrern in Gefahr" sagte ein Offizier der Verkehrspolizei.

Mazedonien ließ bis zum Versuch der Erstürmung seiner Grenze nur noch Migranten aus Syrien und dem Irak weiterreisen. Alle anderen wurden zurück nach Griechenland geschickt. Afghanen, die bislang automatisch als Flüchtlinge galten, werden seit zwei Tagen auch nach Griechenland zurückgeschickt.

Aus Protest blockierten am Montagnachmittag rund 700 aufgebrachte, überwiegend aus Afghanistan stammende Menschen den Eisenbahngrenzübergang Idomeni-Gevgelija. Sie skandierten "Öffnet die Grenze". Daraufhin habe die mazedonische Polizei die Grenze geschlossen, um ihre Erstürmung abzuwenden, berichtete das griechische Staatsfernsehen. Die Migranten sollen auch die Eisenbahntrasse besetzt haben, berichteten Augenzeugen.

Der Flüchtlingszustrom dauert unterdessen an. In der Hafenstadt Piräus, wo am Montagmorgen rund 4000 Flüchtlinge per Fähre von den Ägäis-Inseln ankamen, mussten viele Menschen mehrere Stunden lang am Kai ausharren. Die Polizei ließ sie nicht weiterfahren, um die Lage an der Grenze zu Mazedonien nicht noch weiter zu verschlimmern. Den Flüchtlingen boten die Behörden an, in ein Lager nahe Piräus zu gehen. Das lehnten zunächst viele ab. Sie befürchteten, dass sie interniert werden könnten, berichteten Augenzeugen aus Piräus.

In den ersten 20 Februar-Tagen sind in Griechenland trotz schlechten Wetters 33 767 Mi granten auf Booten angekommen. Seit Jahresbeginn hätten 94 269 Menschen von der Türkei übergesetzt, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Montag mit.

Die rechtsextremistische und ausländerfeindliche griechische Partei Goldene Morgenröte rief am Montag die Regierung in Athen auf, das Militär zum Schutz der griechischen Grenze einzusetzen.