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Mietwucher in Kreuth

Vielerorts schießen die Mietpreise durch die Decke. In Berlin gibt es Ecken, da möchte man nicht begraben sein, aber den Lebenden dort verlangt man schon mal locker zwölf Euro kalt und mehr pro Quadratmeter ab.

Zu den Leidtragenden dieser Entwicklung gehört auch die CSU. Allerdings nicht in Berlin, sondern an einer sehr idyllischen Ecke: in Wildbad Kreuth. Da steht ein klassizistischer Gebäudetrakt, der der CSU-Landtagsfraktion und der Berliner CSU-Landesgruppe regelmäßig als Kulisse für ihre Klausurtagungen dient. Eigentümer sind die Herzöge des Hauses Wittelsbach. Und die haben es offenbar auch nicht mehr ganz so dicke wie früher, als die blaublütige Herrlichkeit noch flächendeckend intakt war.

Jedenfalls beabsichtigt das alte Herrscher-Geschlecht, die Miete für das Kreuther Anwesen mal eben von 84 000 Euro auf schlappe 630 000 Euro pro Jahr anzuheben. Das ist auch für eine herrschende Partei wie die CSU eine Menge Kohle. Aber vielleicht naht ja Rettung in Form der Mietpreisbremse, die man gerade erst in Berlin mit verabschiedet hat. Demnach muss sich der Mietzins an der ortsüblichen Vergleichsmiete ausrichten. Dumm nur, dass dort außer einem Wirtshaus nebst Kirche weit und breit nichts Vergleichbares steht.