"Es hätte Herrn Moser auffallen müssen, dass er bei der Bearbeitung seines Anliegens bevorzugt berücksichtigt wurde", heißt es in dem Papier, das die Stadt gestern verbreitete. Demnach konnte Moser in eine Sozialwohnung ziehen, ohne den notwendigen Berechtigungsschein vorzulegen. Zudem erhielt der Politiker den Zuschlag für die Wohnung, obwohl die Wohnbau GmbH schon mit einer Familie einen Mietvertrag abgeschlossen hatte.
Der Bericht war den Stadtverordneten am Donnerstagabend vorgestellt worden. Die Wohnbau löste demnach den Mietvertrag mit der Familie, als der Bürgermeister Interesse für die Wohnung zeigte, und bot ihr eine andere Wohnung an. Später beantragte das Unternehmen, dass für Mosers Wohnung kein Berechtigungsschein mehr notwendig ist. Der Geschäftsführer der Wohnbau sei im Untersuchungsausschuss nicht gehört worden, hieß es in den Untersuchungsbericht. Als Grund nannten die Stadtverordneten Termin- und Sachgründe. Der Ausschuss hatte seine Arbeit am 4. Juli aufgenommen und insgesamt vier Mal getagt.
Dem Bericht liegen Aufsichtsratsprotokolle der Wohnbau GmbH und eine Anhörung Mosers zugrunde. Weder die betroffene Familie noch der Vormieter erschienen im Ausschuss. Zudem konnten die Stadtverordneten Unterlagen nicht einsehen, die die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt hatte. (dpa/ta)