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| 02:34 Uhr

Michael Flynn ... gescheiterter Sicherheitsberater

FOTO: dpa
Michael Flynn war einer der Generäle in der Regierungsmannschaft des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Der muss sich nun einen neuen Sicherheitsberater suchen, nachdem Flynn mit sofortiger Wirkung am Montagabend zurückgetreten war. Michael Donhauser und Martin Bialecki

Der 58-jährige Flynn hat in den US-Streitkräften vor allem als Geheimdienstler Karriere gemacht. Er leitete unter anderem die Geheimdienstoperationen in Afghanistan. Trotz seiner Tätigkeit in oft geheimer Mission hat Flynn das offene Wort besonders nach seinem Ausscheiden aus der Armee nicht gescheut.

Der Mann aus dem Bundesstaat Rhode Island äußerte sich wiederholt extrem islamkritisch. Flynn hält den Islam weniger für eine Religion als vielmehr für eine politische Ideologie. Seine Äußerungen gelten vielen als unverblümt, manchmal auch unbedacht.

Im Jahr 2014 musste der drahtige General Flynn unter US-Präsident Barack Obama als Chef des US-Militärgeheimdienstes DIA nach zwei Jahren im Amt gehen. Ihm wurden massive Führungsprobleme vorgeworfen, vor allem schien er eine andere Auffassung zum islamischen Terrorismus zu vertreten als die Regierung. Flynn beschuldigte die Obama-Administration, mit ihrer Unterstützung der syrischen Rebellen insgeheim dem Terrornetzwerk Al Qaida zu helfen. Das ist auch der Vorwurf, der von Moskau aus an die USA gerichtet, von Washington aber stets zurückgewiesen wurde.

Von Trump in sein Sicherheitsteam geholt, telefonierte Flynn bereits im Dezember mit dem russischen Botschafter Sergei Kisljak - noch ehe er ein offizielles Amt innehatte. Dabei ging es auch um den Abbau von Sanktionen gegen Russland, die die Obama-Administration wegen russischen Hackings erlassen hatte. Nach der US-Gesetzgebung ist es einem amerikanischen Bürger verboten, ohne entsprechende Legitimation mit einem anderen Staat zu verhandeln, vor allem, wenn es um die Interessen der USA geht.

Russische Politiker sehen in Flynns Ausscheiden aus der US-Regierung ein schlechtes Zeichen für die Beziehungen beider Länder. "Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen", schrieb der Vorsitzende im Außenausschuss des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, auf Facebook. Es gehe darum, die Beziehungen zu Russland zu treffen, twitterte der Senator Alexej Puschkow. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte den Rücktritt nicht kommentieren: Es sei eine innere Angelegenheit der USA.

Flynns kommissarischer Nachfolger, Keith Kellogg, ist 72 Jahre alt und ein hochdekorierter Veteran des Vietnamkrieges.