Der Meteorit hatte nach Expertenschätzung einen Durchmesser von bis zu vier Metern und war etliche Tonnen schwer. Er raste vermutlich mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte das kosmische Geschoss mit einer gewaltigen Druckwelle explodiert sein, was in der etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tscheljabinsk erhebliche Verwüstungen anrichtete. Atomanlagen in der Gegend seien aber nicht betroffen, hieß es.

Die meisten Opfer in den sechs betroffenen Orten wurden nach Behördenangaben von Splittern eingedrückter Fensterscheiben verletzt. Mehr als 40 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen hatten schwere Verletzungen erlitten.

Das Unglück hat nach Angaben von Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden "2012 DA14" zu tun, der am Freitagabend nur knapp an der Erde vorbeirasen sollte.

"Das war ein großer Feuerball, der dann runterfiel. Das Ganze dauerte ein paar Sekunden", sagte ein Bewohner der Region. Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Viele dachten demnach, ein Flugzeug sei explodiert. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Menschen, die panikartig ihre Häuser verließen und aus Schnittwunden bluteten.

An der möglichen Absturzstelle am Ufer des Tschebarkul-Sees rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk entdeckten die Behörden einen etwa sechs Meter großen Krater. Soldaten hätten den Bereich an dem zugefrorenen Gewässer abgesperrt, sagte Oberst Jaroslaw Roschtschupkin vom Zentralen Wehrbezirk. Es sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. Einsatzkräfte berichteten von zahlreichen etwa einen Zentimeter großen Splittern in der Nähe des Kraters.

"Der Meteorit zerfiel in Dutzende Bruchstücke", sagte Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow. "Die meisten Splitter sind verdampft, einige schafften es aber bis zur Erdoberfläche", erklärte Valeri Schuwalow von der Wissenschaftsakademie. Er vermutet, dass es sich um einen Nickel-Eisen-Meteoriten handelt.

Russlands Präsident Wladimir Putin ordnete rasche Hilfe für die Verletzten in der Region an.