Sie sei sich mit dem BdV einig, dass das Projekt im "Geiste der Versöhnung" gesehen werden solle. Merkel setzte sich zugleich für einen vorurteilsfreien Umgang mit der Vertriebenproblematik ein. Es könne nicht angehen, dass bei diesem Thema immer "Abwehrmechanismen kultiviert werden", betonte die Kanzlerin. Zwar dürften nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden, sagte sie mit Blick auf die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber Unrecht müsse auch als solches benannt werden. Merkel würdigte zugleich die Entscheidung des BdV, den für Steinbach im Stiftungsrat vorgesehenen Sitz unbesetzt zu lassen. Steinbach selbst verwies darauf, dass dieser Beschluss nur vorläufig sei. Der Vertriebenen-Verbund hatte nach Protesten aus Polen und Widerstand der SPD entschieden, den für Steinbach vorgesehenen Posten im Stiftungsrat zunächst nicht zu besetzen. AFP/kr