Es dürfe zwar nicht zu schwarz-weiß gezeichnet sein, aber "die wesentlichen Zeichen einer Diktatur" müssten dargestellt werden, sagte die in der DDR aufgewachsene Kanzlerin in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. Sie rief deshalb junge Leute auf, sich auch außerhalb des Schulunterrichts mit der DDR-Geschichte zu beschäftigen. Es gebe dafür vielfältige Angebote, etwa Gedenkorte wie das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen.

Sie empfahl Jugendlichen auch, Bücher über die DDR zu lesen, beispielsweise "Buridans Esel" von Günter de Bruyn. Dadurch könne man alle die Dinge erkennen, "die das Wesen einer Diktatur ausmachen". Zugleich könne man aber auch sehen, "dass es viele mutige Menschen gab, dass es Menschen gab, die auf ihre Weise versucht haben, anständig, vernünftig durch das Leben zu kommen".

"Die Meinungsfreiheit, die gab es eben nicht", sagte Merkel. "Wenn man ein bisschen über die Grenze gegangen ist und frei seine Meinung gesagt hat, dann sind sofort Schwierigkeiten aufgetreten." Das müsse man genau so im Auge haben wie die Tatsache, dass sich die allermeisten Menschen bemüht hätten, ihre Kinder gut zu erziehen und ein gutes Familienleben zu führen, erklärte die Kanzlerin.