Auf die Frage, ob die Liberalen ihr die Wahlen in Niedersachsen am 20. Januar sowie im Bund im Herbst verhageln könnten, sagte Merkel, sie sei optimistisch, dass die FDP aus eigener Kraft die Menschen überzeugen könne. Die FDP liegt in Umfragen derzeit bei etwa vier Prozent, die Union bei mehr als 40.

Eine Leihstimmenkampagne für die angeschlagene FDP lehnte Merkel ebenso wie Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister ab. Er stellte beim Start in die heiße Wahlkampfphase klar: "Die CDU wirbt um jede Erststimme und um jede Zweitstimme. (. . .) Die Zweitstimme ist die entscheidende Stimme." Auf die Frage, ob sie mit dem Agieren von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zufrieden sei, der für seine Klage über das seiner Ansicht nach zu niedrige Kanzlergehalt in Deutschland in die Kritik geraten ist, antwortete Merkel: "Ehrlich gesagt: Ich kümmere mich um mein Agieren. Und damit bin ich ganz zufrieden."

Die CDU-Spitze verabschiedete in Wilhelmshaven eine Erklärung, in der sie Deutschland als Wirtschafts- und Industriestandort zu ihrem zentralen Thema im Wahlkampf macht. Dazu gehören die Ankündigung, auch die Lage von Arbeitnehmern wie Geringverdienern und älteren Erwerbstätigen zu verbessern. Merkel lehnte Steuererhöhungen ab. In der "Wilhelmshavener Erklärung" spielen auch regional- und branchenspezifische Lohnuntergrenzen eine Rolle. Die FDP lehnt Mindestlöhne auch dieser Art allerdings zum Unmut von Merkel ab. Merkel sagte, der Wohlstand werde auch dadurch gesichert, dass Arbeitsplätze fair bezahlt werden.