Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach wie vor nicht bereit, eine konkrete Obergrenze für die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu nennen. "Obergrenzen kann ich nicht einseitig definieren", sagte sie am gestrigen Freitagabend in der ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel?" "Was wir in Deutschland nicht können, ist, einseitig fest(zu)legen: wer kommt noch, wer kommt nicht."

Erneut setzte sich die Kanzlerin für den Koalitionsbeschluss von vor zwei Wochen ein, EU-weit Flüchtlingskontingente auszuhandeln, die man der Türkei in einer Art Arbeitsteilung auf legalem Weg abnehmen könnte. Auf die Frage, ob ihr mittlerweile vielkritisierter Satz "Wir schaffen das" noch gelte, sagte die Kanzlerin: "Ich glaube, wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass wir das schaffen, und ich habe keinen Zweifel, dass wir es schaffen."

Deutschland werde die Flüchtlingskrise aber nicht alleine bewältigen. Ihre größte Enttäuschung in der Krise sei, dass es in der EU so schwierig sei, eine faire Lastenverteilung zu erreichen.

Indes gerät Merkel in den eigenen Reihen aber immer stärker unter Druck. Die Mittelstandsvereinigung der Union verlangt nun, Flüchtlinge notfalls an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) untermauerten ihre Forderungen nach Obergrenzen für die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch die von CDU und CSU geführten Kommunen mahnten die Bundesregierung zu raschem Handeln. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) rief die Union dazu auf, für die Sache gemeinsam zu streiten. Nur so sei die Flüchtlingskrise zu lösen.