Gut 2000 Studenten und BTU-Mitarbeiter sowie Bürger haben am Mittwoch gegen den Beschluss der Potsdamer Landesregierung zur Neugründung einer BTU Cottbus-Senftenberg demonstriert. Sie bildeten auf dem BTU-Campus eine Menschenkette und brachten ihre Wut und Enttäuschung zum Ausdruck, dass das Kabinett eine Entscheidung getroffen hat, bevor die Volksinitiative "Hochschulen erhalten" im Landtag angehört wird.

Für BTU-Präsident Walther Ch. Zimmerli hinterlässt das Verfahren einen schalen Beigeschmack. Ein Gesetz gelte erst, wenn es rechtskräftig durch den Landtag verabschiedet und auf Verfassungskonformität geprüft ist, sagte er. Der Sprecher des Studierendenrates Jonas Schindler kündigte gegenüber der RUNDSCHAU rechtliche Prüfungen gegen den Eingriff in die Hochschulautonomie an. Als "schweren bildungspolitischen Fehler" kritisierte der Linke-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic (parteilos) die beabsichtigte Hochschulfusion. Diese Position wird von der Linke-Fraktion im Landtag nicht geteilt. Sie unterstützt mehrheitlich den Fusionsprozess, hieß es.

Der Präsident der HSL Senftenberg, Prof. Günter Schulz, begrüßt die Zustimmung der Landesregierung zur Neugründung ebenso wie der Chef des wissenschaftlichen Beirates für die Hochschulregion Lausitz, Wolfgang Krüger. Gegenüber der RUNDSCHAU bezeichnet er den Kabinettsbeschluss als "Meilenstein auf dem Weg zu einer neuen Universität". Er appellierte an alle Akteure in der Region, die Chancen einer neuen Uni zu sehen und sie für die Betriebe in der Region nutzbar zu machen.