Die Kandidatur von Alexander Bode, der als Hauptschuldiger an der tödlichen Hetzjagd in Guben 1999 auf den Algerier Omar Ben Noui zu einer zweijährigen Jugendhaftstrafe verurteilt wurde, sei „entsetzlich“, erklärte Landrat Dieter Friese (SPD) am Freitag in Forst.

Mit Bode würden zudem weitere Täter des brutalen Überfalls zu Wahlen für Gemeindevertretungen antreten. Ein Einzug der Rechtsextremen in den Kreistag wäre ein „bundesweites Desaster“, so Friese weiter. Durch demokratische Wahlentscheidungen müsse am 28. September verhindert werden, dass „solche Verbrecher wie Alexander Bode in den Kreistag und die Stadtverordnetenversammlungen einziehen“. Jeder müsse nun begreifen, welche Ziele eine Partei verfolge, die sich eines verurteilten Neonazis als Kandidaten bediene, so Friese. Bode kandidiert im Wahlkreis sechs (Drebkau, Welzow und Kolkwitz).

Bei den Wahlen treten für Mandate in den Kreisparlamenten insgesamt zehn Parteien sowie 55 Wählergruppen, zehn Listenvereinigungen, elf Einzelbewerber und drei weitere politische Gruppen an. Unter den insgesamt 5.830 Bewerbern befinden sich nach Angaben des Landeswahlleiters auch 72 Kandidaten der DVU und 49 Kandidaten der NPD. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren traten die beiden rechtsextremen Parteien noch mit 45 (DVU) und 16 Kandidaten (NPD) an.

Die DVU kandidiert in acht Landkreisen und in der Landeshauptstadt Potsdam, die NPD in sechs Landkreisen und der kreisfreien Stadt Cottbus. Die DSU hat in diesem Jahr 39 Kandidaten in zwei Landkreisen und in Cottbus angemeldet, 2003 waren es noch 59 Kandidaten. Demzufolge treten in den beiden kreisfreien Städten Brandenburg/Havel und Frankfurt/Oder offiziell keine Kandidaten rechtsextremer Parteien an. Die Zahl der Bewerber um Kommunalmandate habe gegenüber 2003 insgesamt deutlich zugenommen und liege 16,5 Prozent höher als vor fünf Jahren. Damals waren insgesamt 5.006 Kandidaten angetreten.